Chinesischer Gaming-Riese „Original Force“ eröffnet Studio in Mainz

Ein internationaler Riese der Videospiele-Branche eröffnet offenbar seinen ersten europäischen Standort in Mainz. Das Unternehmen war an Blockbustern wie „Baldur’s Gate 3“ und „Elden Ring“ beteiligt.

Chinesischer Gaming-Riese „Original Force“ eröffnet Studio in Mainz

Ein Schwergewicht der internationalen Spielebranche siedelt sich wohl in Mainz an: Original Force, ein chinesisches Unternehmen, das an Blockbustern wie „Baldur’s Gate 3“ und „God of War Ragnarök“ mitgewirkt hat, eröffnet sein erstes europäisches Studio in Mainz. Das berichtet das Branchenmagazin „GamesWirtschaft“ am Dienstag.

Original Force ist mit weltweit 2700 Mitarbeitern ein bedeutender Dienstleister für die größten Entwicklerstudios. Das Unternehmen hat an Animationen, Effekten und Spielwelten für zahlreiche bekannte Titel mitgearbeitet, darunter „Diablo 4“, „The Last of Us“ und das kommende „Call of Duty: Black Ops 6“. Nun expandiert die Firma nach Standorten in China, Los Angeles, Tokio und Thailand auch nach Europa.

Eigene Spiele und Unterstützung für Blockbuster

Das neue Studio in Mainz, Original Force Germany, soll auf zwei Säulen stehen: der kompletten Entwicklung eigener Spiele sowie der Unterstützung anderer Studios als sogenannter Co-Entwickler. Zum Aufgabenbereich gehören auch die Anpassung von Spielen für andere Plattformen, etwa von der Konsole auf den PC, oder die Erstellung von Neuauflagen, sogenannten Remakes und Remastern.

Die Leitung übernimmt laut „GamesWirtschaft“ Studio Director Marco Pacifico, der nun das Team in Mainz aufbauen wird. Zunächst werden erfahrene Programmierer mit Kenntnissen der Unreal Engine gesucht, später sollen auch Game Designer eingestellt werden. Das Studio startet mit einem kleinen Kernteam, um den Betrieb aufzunehmen. Eine weitere Expansion ist für 2027 geplant und hängt wohl von der Auftragslage ab.

Bekenntnis zum Standort Mainz

Die Entscheidung für Mainz begründet Pacifico mit den Vorteilen des Standorts. Gegenüber „GamesWirtschaft“ nannte er die zentrale Lage, die hohe Lebensqualität und die Nähe zum Frankfurter Flughafen, der schnelle Verbindungen zu Kunden und Partnern in ganz Europa ermögliche. Ziel sei der Aufbau eines vollwertigen Entwicklerstudios, nicht nur eines Vertriebsbüros.

Pacifico räumt ein, dass der Start in eine für die Spielebranche ungemütliche Phase fällt. „Der Markt hat sich definitiv verändert. Budgets werden genauer geprüft, die Freigabe von Projekten dauert länger“, so der Studio-Chef. Dennoch sehe er gerade deshalb einen Bedarf an erfahrenen Entwicklungspartnern. Die Bundesförderung für Spiele sei ein willkommener „Pluspunkt“, aber nicht der Hauptgrund für die Ansiedlung in Deutschland gewesen.

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