Frauennotruf: Sexualisierte Gewalt schon Thema bei 12-jährigen Mädchen

Beratungsangebot auf jüngere Mädchen ausgeweitet

Frauennotruf: Sexualisierte Gewalt schon Thema bei 12-jährigen Mädchen

Der Mainzer Frauennotruf erweitert sein Beratungsangebot. Die Mitarbeiterinnen setzen die Altersgrenze für Betroffene auf 12 Jahre herab, um noch mehr Mädchen Unterstützung bei sexualisierten Grenzverletzungen, Übergriffen und Gewalt zu bieten. Zudem sind die Mitarbeiterinnen jetzt auch über einen Messenger Dienst schriftlich erreichbar. Dafür wurde das neue Projekt „Mädchen und junge Frauen als Klientinnen im Frauennotruf Mainz“ ins Leben gerufen.

„Für viele Mädchen ist sexuelle Belästigung Teil ihres Alltags. Sie werden mit anzüglichen Witzen, zweideutigen Anspielungen, ungewollten Berührungen und sexistischer Diskriminierung konfrontiert“, sagt Emma Leonhardt vom Frauennotruf. Zudem seien Mädchen durch die Veränderungen in ihrer Entwicklungsphase und die damit einhergehenden Verunsicherungen erhöhten Risiken ausgesetzt.

In den letzten Jahren seien noch weitere Risikofaktoren hinzugekommen - darunter die digitale Entwicklung und die damit einhergehenden Grenzüberschritte online (Digitale Gewalt). Aber auch die Corona-Pandemie bilde einen zusätzlichen Risikofaktor. „Jugendliche waren/sind in ihren Entwicklungen durch die fehlenden Sozialkontakte eingeschränkt und Bewältigungsstrategien nicht umsetzbar.“

Mit dem spezialisierten Angebot des Frauennotrufts gebe es jetzt eine wohnortnahe Anlaufstelle für betroffene Mädchen. Die Fachstelle zum Thema sexualisierte Gewalt wird ab dem 8. August auch über den Messenger Dienst „Signal“ unter der Nummer 0177-3237382 erreichbar sein. Emma Leonhardt und ihre Kolleginnen sind montags bis donnerstags in den Bürozeiten per Nachricht erreichbar. Anrufen kann man die Mitarbeiterinnen wie gewohnt unter der Nummer 06131 22 12 13. Auch per Mail und online ist der Frauennotruf erreichbar. Weitere Informationen gibt es hier.

„Wir freuen uns, dass die Förderorganisation Aktion Menschunser Konzept für ein spezialisiertes Angebot für Mädchen unterstützt und das neue Angebot für drei Jahre gesichert ist,“ so Emma Leonhardt. „Gerade junge Mädchen brauchen besondere Öffentlichkeitsarbeit und ein niedrigschwelliges Angebot, um sehr früh über erlebte Gewalterfahrung sprechen zu können.“

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