Seit rund einem halben Jahr ist Nino Haase Oberbürgermeister von Mainz. Seine offizielle Amtseinführung fand am 22. März im Kurfürstlichen Schloss statt. Zuvor hatte Haase die Stichwahl gegen Christian Viering (Grüne) deutlich mit 63,6 Prozent gewonnen. Von den Wählern erhielt er also einen großen Vertrauensvorschuss – doch wie denken sie jetzt über OB Haase?
Das wollte Merkurist von seinen Lesern wissen und stellte ihnen in der Zeit vom 23. bis 29. September mehrere Fragen, die per Zufall auf der Webseite ausgespielt wurden. Die Umfrage ist nicht repräsentativ, in der Vergangenheit lagen politische Merkurist-Umfragen allerdings oft nah am tatsächlichen Ergebnis. Die Umfrage spiegelt also gut wieder, wie die Merkurist-Leser denken, kann aber nicht einfach auf die Mainzer Bevölkerung übertragen werden.
Haase-Wähler zufrieden, andere unzufrieden
In einer ersten Frage wollten wir von den Lesern wissen, ob sie Haase gewählt haben. Die Antwortmöglichkeiten lauteten: „Ja, in beiden Wahlgängen“, „Nur in der Stichwahl“, „Nur im ersten Wahlgang“, „Nein, ich habe in beiden Wahlgängen einen anderen Kandidaten gewählt“, „Nein, ich war zwar wahlberechtigt, aber habe nicht gewählt“ und „Nein, ich bin nicht wahlberechtigt oder wohne nicht in Mainz“. Dann sollten die User Haase eine Schulnote geben. Diese Antworten ordneten wir wiederum je nach Antwort auf Frage 1 den verschiedenen Usergruppen zu. Aussortiert wurden die User, die nicht in Mainz wohnen beziehungsweise nicht wahlberechtigt waren.
Was wenig überrascht: Die Leser, die Nino Haase gewählt hatten, sind auch jetzt zufrieden mit seiner Arbeit. Wählten sie ihn in beiden Durchgängen, geben sie ihm im Durchschnitt die Note 2,3. Nimmt man noch die User hinzu, die Haase in mindestens einem Wahlgang wählten, ist es eine 2,4. Ganz anders – und ebenso wenig überraschend – sieht es bei Lesern aus, die Haase nicht gewählt haben. Wählten sie einen anderen Kandidaten, lautet die Haase-Durchschnittsnote 4,1, gingen sie gar nicht zur Wahl, gaben sie ihm im Durchschnitt eine 4,2. Insgesamt bekommt Haase von allen (wahlberechtigten) Usern die Note 3,1. Abgestimmt haben 2093 User, von denen 431 Nicht-Wahlberechtigte abgezogen wurden.
Direkte Kommunikation kommt gut an
Positiv bewerten die User, wie Haase über die sozialen Medien kommuniziert. Ab dieser Frage haben wir nicht mehr zwischen Haase-Wählern und anderen Usern unterschieden , sondern alle Stimmen miteinbezogen. 35,6 Prozent bewerten die Kommunikation über Storys oder Kommentare in sozialen Medien als „gut“, 21,3 Prozent als „eher gut“. 31,8 Prozent der User finden dies „weder gut noch schlecht“ und nur 6,2 Prozent „eher schlecht“ und 5 Prozent „schlecht“.
Allerdings glauben viele User, dass es ein parteiloser OB in Mainz „schwerer“ (11,2 Prozent) oder „eher schwerer“ (37,3) hat. Dass er es „genauso leicht/schwer“ hat wie ein OB mit Partei im Rücken, finden 32,5 Prozent. 7,9 Prozent denken, dass es parteilose Oberbürgermeister „leichter“ haben, 11,1 Prozent, dass sie es „eher leichter“ haben.
Wohnraum Thema Nummer 1
Doch welche Themen muss OB Haase am dringendsten angehen? Hier gaben wir den Usern neun Antwortmöglichkeiten. Am häufigsten wählten sie „Wohnraum schaffen (20,3 Prozent), gefolgt von „Erleichterungen/Verbesserungen für Autofahrer“ wie Tempo 30 abschaffen oder mehr Parkplätze schaffen (19 Prozent).
Auf den Plätzen 3 und 4 folgen „Mehr Grünflächen und Entsiegelung“ (14,3) und „Innenstadt autoärmer machen / ÖPNV stärken / Radwege ausbauen“ (13,8). Diese beiden Antwortmöglichkeiten könnte man allerdings auch zusammenfassen, da sie in eine ähnliche Richtung gehen. Dann wäre dies mit 28,1 Prozent die Top-Antwort.
Auf den weiteren Plätzen folgen „Mehr Stellen in der Verwaltung schaffen/besetzen“ (12,3), „Einzelhandel stärken“ (7,1) und abgeschlagen „AKK-Stadtteile zurückholen“ (4,3) sowie „Kultur in Mainz stärken“ (4). Für „etwas anderes“ haben sich 5 Prozent der User entschieden.
Was sagt Nino Haase zu dem Ergebnis? Merkurist hat ihn zum Interview getroffen und ihn mit den Antworten konfrontiert. Das ausführliche Gespräch könnt ihr bald auf merkurist.de lesen.