„Rudern gegen Krebs“ und für den guten Zweck

Was treibt mehr als 300 Menschen bei Nieselregen und 15 Grad in wackeligen Booten auf den Rhein? Genau, der gute Zweck. Aber es lohnt sich. Beim „Rudern gegen Krebs“ wird Geld für den Kampf gegen die Krankheit gesammelt.

„Rudern gegen Krebs“ und für den guten Zweck

Den Rhein rauf und runter rudern? Bei einem Wetter, wo andere lieber im Trockenen bleiben - für über 300 Ruder-Laien aus Mainz und Umgebung offenbar ein lohnendes Ziel. Sie alle haben am Samstag an der 13. Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ der Stiftung Leben mit Krebs teilgenommen, trotz nicht gerade sommerlichen Temperaturen und Nieselregen.

Und auch wenn nur Laien an den Rennen teilnehmen, sehen einige der Ruder-Vierer durchaus professionell aus. „Bei manchen Teams sieht das schon richtig flüssig aus“, findet auch Daniel Grave vom Mainzer Ruder-Verein. Es gebe Teilnehmer, die bereits zum zehnten Mal dabei sind. „Bei denen sieht man natürlich gewisse Fortschritte“, sagt Grave. Damit trotzdem jeder mitmachen kann, hat der Ruderverein im Vorfeld Trainingsstunden für die Teams organisiert. „Dabei sollten die Ruderer vor allem die doch recht hölzernen Bewegungen kennenlernen“, erklärt der 45-Jährige aus Kostheim. Die Steuerleute, die in den Booten mitfahren und Anweisungen geben, hat der Verein gestellt - ganz ohne Profis geht es dann eben doch nicht.

In drei Klassen starten die Teams bei der Regatta - Frauen, Männer und Mixedteams. Und weil die Regatta in Mainz stattfindet, darf auch die Fastnacht nicht fehlen. Als vierter Wettbewerb wird der Meenzer Narren-Cup ausgetragen. Die Teams dafür kommen aus den großen Mainzer Fastnachtsvereinen.

Idee entstand in Mainz

Die Idee zur bundesweiten Aktion „Rudern gegen Krebs“ stammt von Prof. Dr. Elke Jäger. Die gebürtige Mainzerin behandelt an einem Frankfurter Krankenhaus Krebspatienten, in ihrer Freizeit rudert sie selbst im Verein. Da die Mainzer Ruderer keine eigene Regatta austrugen, gründete Jäger eine Stiftung und richtet nun seit zwölf Jahren die Benefizregatta aus. Und das mit Erfolg - inzwischen findet die Veranstaltung auf Initiative der Stiftung Leben mit Krebs in zehn weiteren Städten quer über ganz Deutschland verteilt statt.

„Vielen Patienten mit Krebs fällt es schwer, sich auf Sport einzulassen“, erklärt Jäger die Hintergründe der Regatta, „mit verschiedenen Programmen wollen wir das ändern“. Doch diese Programme kosten Geld und die Krankenkassen bezahlen meist nichts. Die Regatten sorgen für das nötige Geld. Zwischen 35 000 und 50 000 Euro kommen laut Jäger bei jeder Veranstaltung zusammen.

Der Erlebnisgarten steht schon, jetzt ist die Notaufnahme dran

Die Veranstaltung ist ein erfolgreiches Modell. „Über die letzten fünf Jahre haben wir das Geld zusammenbekommen für unseren Erlebnisgarten mit Spaßparcours und Piratenschiff“, erklärt Dr. Fred Zepp, Arzt an der Uniklinik und Vorsitzender der Stiftung „Kinder. Gesundheit. Mainz.“ Als nächstes Projekt plant die Stiftung einen Ausbau der Notaufnahme für Kinder. „Wir hoffen, dass wir das Geld dafür in den nächsten fünf Jahren zusammenbekommen“, ist Zepp optimistisch. Ein Großevent, wie die Benefizregatta helfe dabei sehr. Neben der Uniklinik profitiert auch das KKM (Katholisches Klinikum Mainz) von dem Erlös der Veranstaltung.

Gerade weil es um den guten Zweck geht, soll auch der Spaß nicht auf der der Strecke bleiben. Und dass es Spaß macht, da sind sich Jasmin, Themis, Korbinian und Zisis einig. Sie alle arbeiten in der Mainzer Uniklini, das Startgeld hat ihnen die Stiftung Mainzer Herz spendiert. Im Gegenzug hat sich das Team nach der Stiftung benannt. Ein paar von ihnen sind schon zum zweiten Mal dabei, für andere ist es die erste Regatta. Hohe Ziele haben sie sich trotzdem gesteckt. „Klar wollen wir hier gewinnen“, antworten sie augenzwinkernd auf die Frage nach ihren Zielen.

Das Superfinale aller Klassen gewann letztlich die Startnummer 53 „KKM and Friends“. Der Narrencup ging an die Ranzengarde. Nach der Siegerehrung findet am Abend eine Abschlussparty für alle ehrenamtlichen Helfer statt. Die Veranstalter bewerten das Charity-Event abschließend als gelungen und rechnen mit einem fünfstelligen Betrag an Spenden.

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