Nach „Gaga“-Idee: Fleischkäse-Brötchen für Mainzer Bedürftige?

Obdachlose zu unterstützen, ist vor allem im Winter wichtig. Der deutsche Darts-Held Gabriel Clemens will dies nun mit Fleischkäse-Brötchen tun, die ihm die Supermarktkette Globus geschenkt hat. Könnte dieses Modell auch in Mainz umgesetzt werden?

Nach „Gaga“-Idee: Fleischkäse-Brötchen für Mainzer Bedürftige?

Sage und schreibe 200 Fleischkäse-Brötchen will die Supermarktkette Globus dem Darts-Spieler Gabriel „Gaga“ Clemens spendieren, weil der Saarländer als erster Deutscher ins Halbfinale der Darts-WM gekommen ist. Doch der hat mit den „Fleischkäseweck“ ganz selbstlos anderes vor. „Was haltet Ihr davon, wenn ich die 200 Fleischkäseweck an den Kältebus Saarbrücken spende? Ich kauf mir meine einfach weiter selbst, wenn ich einkaufen gehe“, schlägt Clemens auf Instagram vor und erhält dafür viel Zustimmung.

Profitieren bald auch Mainzer Einrichtungen?

So wird unter anderem vorgeschlagen, eine generelle „Fleischkäsweck-Spende“ einzurichten. „Man könnte dann digital zum Beispiel 20/50 oder 100 Fleischkäsweck an gemeinnützige Einrichtungen, spenden, um mittellosen Menschen ein Essen zu geben“, meint ein User. Doch würde die Supermarktkette bei diesem Vorschlag mitziehen? In Mainz zumindest soll noch im ersten Halbjahr 2023 ein Globus-Metzgergrill eröffnen und auch hier gibt es Spitzensportler, die bereits Welt- und Europameister-Titel errungen haben.

Wie sieht es nun also aus mit der „Fleischkäsweck-Spende“ in Mainz? Auf Anfrage teilt das Unternehmen mit, dass man viele verschiedene Initiativen, Organisationen oder Vereine der Zivilgesellschaft fördere und unterstütze. Darunter fielen Sport- und Kulturveranstaltungen, Feuerwehren oder natürlich auch soziale Einrichtungen wie zum Beispiel Tafeln. Unterstützung erfolge dabei sowohl finanziell als auch in Form von Sach- oder Lebensmittelspenden. Die einzelnen Globus-Standorte könnten hierbei sehr eigenständig und frei verfügen. „Grundsätzlich steht Globus jeder Zusammenarbeit offen gegenüber, insbesondere die gemeinnützige Arbeit sozialer Einrichtungen unterstützen wir gerne“, erklärt das Unternehmen.

Fleischkäse-Brötchen für Mainzer Kältebus?

Auch beim Team des Mainzer Kältebusses, der vom Verein „Rheinhessen hilft“ organisiert wird, hat man die wohltätige Aktion von Dartsspieler Clemens positiv registriert. Wie der 1. Vorsitzende des Vereins, Marcio Demel, gegenüber Merkurist erklärt, habe Clemens dem Kältebus in Saarbrücken eine wichtige internationale mediale Aufmerksamkeit gegeben, die zum Nachdenken anregt. „Er möchte lieber den Ärmsten der Armen, die in Saarbrücken von den Kollegen vom Kältebus versorgt werden, die Fleischkäsebrötchen zukommen lassen. Es wäre zu begrüßen, wenn sich viel mehr Händler darüber Gedanken machen würden, wohin man zum Beispiel Lebensmittel, die am Abend nicht verkauft werden, abgeben kann.“

Es gebe hierfür viele Möglichkeiten, wie die Idee von Clemens zeigt. Oft werde vieles weggeworfen. Das falle den Mitarbeitern von „Rheinhessen hilft“ insbesondere bei den großen Ketten und Discountern auf. „Auch wir haben in der Vergangenheit oft Speisen, zum Beispiel von Steckler's Rheinrestaurant in Oppenheim, Sottile’s Imbiss in Hechtsheim oder vom Weingut Buhl in Nierstein erhalten, über die sich Obdachlose am Kältebus gefreut haben“, erklärt Demel. Es sei also schön, dass Gabriel Clemens den Kältebus in Saarbrücken kennt und dessen Arbeit wertschätzt. Er habe damit auch inhaltlich zu einer wertvollen Debatte beigetragen und die Arbeit der Institution „Kältebus“ bekannt gemacht, so Demel.

Der Mainzer Kältebus vom Verein „Rheinhessen hilft“ betreut an 365 Tagen im Jahr Obdachlose sowie sozial und gesundheitlich benachteiligte Menschen in Mainz, im Landkreis Mainz-Bingen, in Rheinhessen und Wiesbaden. Der Kältebus ist unter (0163) 6867137 oder info@rheinhessen-hilft.de erreichbar.

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