„Zappenduster“: In Budenheim gehen nachts die Lichter aus

Neuerdings wird in Budenheim spät nachts die Straßenbeleuchtung abgestellt – eine offenbar fast alternativlose Maßnahme, wie es von Seiten der Verwaltung heißt. Doch nicht jeder Bürger ist damit zufrieden.

„Zappenduster“: In Budenheim gehen nachts die Lichter aus

Nachts gehen regelmäßig die Lichter aus: Wer in Budenheim zwischen ein und fünf Uhr morgens unterwegs ist, der tappt zumindest was die öffentliche Straßenbeleuchtung angeht im Dunkeln. Denn seit einigen Tagen – erstmals vom 13. auf den 14. Januar – wird der Strom für die Laternen nachts abgeschaltet. Das findet aber nicht jeder Einwohner gut. „Es ist wirklich zappenduster im Ort und man fühlt sich unsicher“, meint ein Leser. Doch der Verzicht auf das Licht in der Nacht hat einen speziellen Hintergrund.

Wie der Budenheimer Bürgermeister Stephan Hinz (CDU) auf Anfrage erklärt, beruhe diese Entscheidung auf dem Notfallplan Gas, der im Juni 2022 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) ausgerufen wurde. Im Zuge des Notfallplanes seien nicht nur Privatpersonen, sondern auch die öffentliche Hand zur Einsparung von Energie aufgefordert. Da ein Anteil der elektrischen Energie von Gaskraftwerken produziert wird, betrifft das nicht nur das Heizen.

„Kann Unsicherheit verstehen“

„Um auch hier in Budenheim ein Zeichen zur Reduzierung von Energie zu setzen, wurde in Absprache mit dem Klimaschutzmanager, der Gemeindewerke und dem Gemeinderat das Abschalten der Straßenbeleuchtung beschlossen“, so Hinz. Denn mit der temporären Abschaltung der Straßenbeleuchtung würden etwa 150.000 Kilowattstunden Strom jährlich eingespart, was wiederum rund 70 Tonnen CO²-Emissionen entspreche. Auch andere Städte – wie beispielsweise Tübingen mit rund 90.000 Einwohnern – stellten in den Nachtstunden die Straßenbeleuchtung ab, gibt Hinz an.

Für den Entschluss, die Straßenbeleuchtung nachts einzustellen, erntet die Verwaltung unterschiedliche Reaktionen. „Es ist richtig, dass sich einige Einwohner über diese Maßnahme beschweren, aber es gibt auch Einwohner, die dafür Verständnis haben.“ Die Budenheimer seien über diesen Schritt in den Gremien, Gemeinderatsitzungen, Medien, auf der Homepage, in der Einwohnerversammlung sowie in den Bekanntmachungen der Budenheimer Heimatzeitung informiert worden. Die Unsicherheit über die Dunkelheit könne er natürlich verstehen, sagt Hinz. Doch: „Wir haben hier in Budenheim, aber auch im ganzen Land eine Versorgungssicherheit dem Bürger gegenüber und das nehme ich sehr ernst.“

Wie Hinz sagt, wolle er die Bürger dafür um Verständnis bitten sowie darum, „dass wir gemeinsam dazu beitragen, Energie zu sparen“. Dann stellt der Bürgermeister in Aussicht, dass die Beleuchtung vielleicht doch bald wieder auch nachts angeht. „Wir hoffen, dass wir schnellstmöglich alle Straßenlaternen auf die neuste LED-Technik umrüsten, um dann die Straßenbeleuchtung wieder komplett anschalten zu können.“

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