Rewe-Mitarbeiter findet rührenden Brief

Normalerweise befinden sich in Pfandflaschen Spuckreste, Zigarettenstummel oder Kaugummis. Ein Rewe-Mitarbeiter in Budenheim fand stattdessen einen rührenden Brief. Jetzt sucht er den Absender.

Rewe-Mitarbeiter findet rührenden Brief

Dass Merkurist-Leser Andreas, 26, an diesem Donnerstag im Budenheimer Rewe arbeitete, war eigentlich ein Zufall. Normalerweise wohnt und arbeitet er in Rüdesheim. Wegen Personalmangels hilft er derzeit in dem Markt in der Binger Straße aus. Dort sortierte er am Donnerstag kurz vor Feierabend das Leergut - und machte dabei eine ungewöhnliche Entdeckung.

In einer Ein-Liter-Saftflasche befand sich ein Zettel. „Zunächst habe ich mir nichts dabei gedacht“, sagt Andreas gegenüber Merkurist. Dann packte ihn doch die Neugier. Zunächst mit den Händen, dann mit einem Kugelschreiber versuchte er den Zettel aus der Flasche zu pulen. „Das hat eine ganze Weile gedauert, schließlich hat es dann mit einem dickeren Kuli funktioniert.“ Der Zettel stellte sich als Brief heraus. Der Inhalt: Wirklich rührend.

„Lieber Finder der Flaschenpost, mein Name ist Lennard und ich bin fast fünf Jahre alt. Ich kann noch nicht schreiben, deswegen macht das mein Opa. Ich wünsche dir viel Glück und Gesundheit und Spaß beim Lesen.“

Adresse fehlt

Auf einem weiteren Zettel hat der 4-jährige Lennard ein Boot gemalt. Andreas war begeistert. „Ich fand es total cool, dass der Kleine und sein Opa den Brief zusammen verfasst haben. Ich war schon ein wenig gerührt.“ Andreas’ erster Gedanke: Lennard und seinem Opa antworten. Eine Adresse stand jedoch nicht auf dem Brief. Zunächst postete Andreas ein Foto von dem Brief in seinen Whatsapp-Status. „Es kamen sofort mehrere Reaktionen. Eine Freundin riet mir, die Fotos auf Facebook zu posten, eine andere, mich an Merkurist zu wenden.“

Das tat Andreas dann auch. Sein Facebook-Post wurde bereits 71 Mal geteilt. Jetzt hofft er, so auch Lennards Familie zu erreichen. Unklar ist, ob die Flaschenpost zuerst im Rhein schwamm und ans Flussufer trieb oder direkt als Pfand abgegeben wurde. Andreas hofft zumindest, dass der Suchradius nicht zu groß ist. „Ich würde Lennard gerne einen Brief zurückschreiben oder ihn treffen. Es würde ihn sicher freuen, wenn er wüsste, dass der Brief ankam.“

Wer kann Hinweise zu Lennard und seinem Opa geben? Schreibt eine Mail an journalist@merkurist.de

(nl)

Logo