Abschlepp-Horror: Acht Stunden Warten auf Mainzer Parkdeck

Ein Mainzer Abschleppunternehmen ließ Kunden offensichtlich mehr als acht Stunden bei 30 Grad auf einem offenen Parkdeck warten. Eine irrwitzige Geschichte in mehreren Akten.

Abschlepp-Horror: Acht Stunden Warten auf Mainzer Parkdeck

Diesen Freitag, den 13. werden Merkurist-Leserin Kirsten und ihr Mann Klaus so schnell nicht mehr vergessen. Am 13. August hatte Kirsten oben auf dem offenen Deck des Cityport-Parkhauses am Mainzer Hauptbahnhof geparkt. Als sie gegen 11 Uhr wieder wegfahren wollte, sprang ihr Auto nicht mehr an. Wie sie gegenüber Merkurist erzählt, habe sie dann den ADAC angerufen. „Mir wurde ein Pannenhelfer geschickt, der etwa 45 Minuten später kam und feststellte, dass das Auto abgeschleppt werden müsse.“ Der ADAC kontaktierte direkt einen Mainzer Abschleppdienst.

11:45 Uhr

In der Zwischenzeit kam Kirstens Mann Klaus dazu, da sie selbst noch einen Termin wahrnehmen musste. Nach weiterem Warten in „sengender Hitze bei über 30 Grad ohne Schatten“ habe sich ein Mitarbeiter der Abschleppfirma gemeldet. Am Telefon habe er Fragen gestellt: Gibt es auf dem Parkdeck eine Gewichtsbegrenzung? Passt das Pannenfahrzeug durch die Schranke? Und einige mehr.

Kirsten sagt gegenüber Merkurist: „Meiner Meinung nach sind das Fragen, die ein gut organisiertes Abschleppunternehmen schon in ihren Unterlagen gespeichert haben müsste. Wir sind ja wahrscheinlich nicht das erste Auto, das von dem Parkdeck abgeschleppt werden musste. Da wir nicht wussten, wie groß oder breit das Abschleppfahrzeug ist, konnten wir diese Frage ja auch nicht sinnvoll beantworten.“

14:30 Uhr

Der Mitarbeiter habe sie dann am Telefon informiert, dass es etwa zwei Stunden dauern werde, bis jemand kommt. „Das kam uns schon lange vor, aber diese Zeitspanne hätten wir akzeptieren können“, sagt Kirsten. Mittlerweile war es etwa 14:30 Uhr. „Ich musste meinen Mann dann alleine auf dem heißen Parkdeck warten lassen, da ich jetzt den Termin wahrnehmen musste.“

17 Uhr

Dann waren die zwei Stunden rum – und kein Abschleppdienst da. „Auf Nachfrage bei der Firma wurde meinem Mann mitgeteilt, dass der Abschlepper noch nach Bretzenheim müsse und dann käme.“ Nach weiterer Wartezeit, mittlerweile war es etwa 17 Uhr, sei dann ein Abschleppfahrzeug gekommen – und war zu breit, um die Einfahrt des Parkhauses zu passieren. Kirsten sagt: „Der Fahrer musste dann wieder wegfahren und wollte direkt mit einem kleineren Fahrzeug wiederkommen.“

18 Uhr

Nach circa einer weiteren Stunde und erneutem Nachfragen bei dem Fahrer habe man ihrem Mann mitgeteilt, dass der Fahrer wieder abberufen und an eine andere Pannenstelle geschickt worden sei. Ein anderer Fahrer sei jetzt beauftragt worden. Da aber wieder niemand kam, rief ihr Mann erneut an. Die Antwort am Telefon: Es wird noch etwa 30 Minuten dauern.

19 Uhr

Dann war es 19 Uhr – und immer noch niemand da. „Ich habe dann nochmal den ADAC kontaktiert. Die Mitarbeiterin hat sich dann umgehend mit der Abschleppfirma in Verbindung gesetzt“, erzählt Kirsten. „Auf meine, wie man sich vorstellen kann, deutliche Nachfrage bei der Abschleppfirma und dem Hinweis, dass mein Mann seit acht Stunden auf einem Parkdeck steht, wurde mir von einem unfreundlichen Mitarbeiter nur lapidar mitgeteilt, dass der Abschlepper in etwa zehn Minuten da sei.“

19:30 Uhr

Und tatsächlich: Nach zehn Minuten habe dann der Fahrer des Abschleppfahrzeugs angerufen, um zu sagen, dass er in fünf Minuten da sei. Eine Entschuldigung des Fahrers sei nicht gekommen, obwohl Kirstens Mann etwa achteinhalb Stunden bei großer Hitze gewartet hatte. Kirsten sagt: „Kundenfreundlichkeit geht anders.“ Um 19:30 Uhr wurde das Auto schließlich in Gonsenheim bei einer Werkstatt abgeladen.

Doch warum hat das Ganze so unglaublich lange gedauert? „Ich bin sicher, hätten wir in der Stadt im Parkverbot gestanden und hätten abgeschleppt werden müssen, dann wäre ein Abschleppfahrzeug in kürzester Zeit da gewesen und hätte sehr viel gekostet“, sagt Kirsten.

Und was sagt das Unternehmen? Bisher nichts. Eine schriftliche Merkurist-Anfrage vom 18. August wurde bisher nicht beantwortet.

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