Ärger über „unterbesetzte“ Zulassungs- und Führerscheinstelle

Mainzer, die ein Auto an- beziehungsweise um- oder abmelden wollen, müssen aktuell lange Wartezeiten hinnehmen. Viele Autofahrer sind deswegen verärgert. Nun äußert sich die Stadt Mainz zu der Situation und erklärt, wie es weitergeht.

Ärger über „unterbesetzte“ Zulassungs- und Führerscheinstelle

Wegen der Corona-Krise waren in den vergangenen Wochen in Mainz viele öffentliche Behörden geschlossen. Auch die Kfz-Zulassungs- und die Führerscheinstelle waren davon rund zwei Monate betroffen. Die Folge: Viele Anträge blieben während dieser Phase einfach liegen und müssen nun erst abgearbeitet werden. Probleme gibt es indes bei neuen An- und Abmeldungen. Auf Termine muss man momentan mitunter sehr lange warten. Das sorgt bei einigen Autofahrern für großen Unmut:

Auch andere Leser berichten von Problemen. So schreibt Bernd: „Wollte mein Auto zulassen. Frühester Termin 31.07.2020! Ich frage mal meine Firma, ob ich zwei Monate bezahlten Urlaub bekomme, da ich mein Auto nicht zulassen kann.“ Und ein anderer Leser kommentiert: „Die Zulassungsstelle ist auch unerhört! Jetzt im Juni sind erst wieder Termine für August frei. So lange kann doch kaum jemand warten, der sein Auto an- oder abmelden muss.“

Nur Online-Termine

Doch warum ist es momentan nun so schwierig, einen zeitnahen Termin zu bekommen? Gegenüber Merkurist erklärt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr die Hintergründe und wirbt gleichzeitig für etwas Verständnis. „Die Zulassungsbehörde ist nach der Corona-Pause (seit 16.3.) seit dem 11. Mai wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Es wurde entschieden, dass bis auf weiteres nur mit einem Online-Termin vorgesprochen werden kann.“ Ein zu großer Andrang in der Behörde soll damit vermieden werden. Die Kontingente für die Online-Termine seien aber weiterhin begrenzt, so Peterhanwahr.

Derzeit seien Termine bis zu sieben Wochen im Voraus ausgebucht und es herrsche – bedingt durch die lange Zwangspause von rund acht Wochen - weiterhin eine starke Nachfrage. „In dringenden Fällen, beispielsweise bei unaufschiebbaren Terminsachen, war und ist eine telefonische Terminvereinbarung mit der Zulassungsstelle möglich.“ Die Zulassungsstelle sei zudem per E-Mail immer erreichbar. „Unter bestimmten Voraussetzungen konnte und kann ein An-/Ab- /Ummeldeverfahren zu alle drei Sparten natürlich auch in Mainz internetbasiert (online) erfolgen“, so Peterhanwahr. Nähere Informationen dazu gebe es auf der Homepage der Zulassungsbehörde unter der Rubrik Dienstleistungen, dort unter internetbasierte Fahrzeugzulassung.

„Bemüht, Wartezeiten zu verkürzen“

Doch welche Optionen bleiben den Autofahrern aktuell? „Stadtweit sind Leistungen in allen Ämtern derzeit weiterhin fast ausschließlich nur mit Terminvereinbarung möglich – so auch in der Kfz-Stelle und parallel in der Führerscheinbehörde“, erklärt Stadtsprecher Peterhanwahr. Bürger in nicht systemrelevanten Berufen, die bei der Online-Terminierung nicht kurzfristig zum Zuge kommen, blieben letztlich nur zwei alternative Optionen: Entweder den Händler mit der An- /Um-/Abmeldung des Fahrzeugs beauftragen oder bei Privatkauf einen kostenpflichtigen Zulassungsdienst zu beauftragen.

Doch die Situation könnte sich in absehbarer Zeit wieder beruhigen, wie Peterhanwahr erklärt. „Aktuell ist die Zulassungsstelle bemüht, die durch den Lockdown aufgelaufenen Wartezeiten auch durch Zugewinn des bislang freigestellten Personals und durch ergänzende Öffnungszeiten für Terminvereinbarungen deutlich zu verkürzen.“ Entgegnen müsse man allerdings den Hinweisen auf den Einsatz von externem Personal. Dies sei in der Zulassungsstelle aufgrund der schwierigen rechtlichen Materie kurzfristig, so wünschenswert es auch sei, nicht möglich. (mo)

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