Mainz plant Einführung einer Beherbergungsabgabe

Der Mainzer Stadtvorstand will eine neue Abgabe auf Übernachtungen einführen. Damit sollen Kultur und Tourismus finanziert werden.

Mainz plant Einführung einer Beherbergungsabgabe

Die Stadt Mainz plant die Einführung einer Beherbergungsabgabe. Laut dem Beschluss soll die neue Abgabe auf Übernachtungen in Hotels und anderen Betrieben zum 1. Juli 2026 eingeführt werden. Der Stadtrat muss dem Vorhaben am 6. Mai 2026 noch zustimmen, wie die Stadt am Mittwoch mitteilt.

„Schwierige Haushaltszeiten“

Mit der Abgabe soll die Förderung von touristischen und kulturellen Angeboten gesichert werden. Die Stadt Mainz gibt jährlich zwischen acht und zehn Millionen Euro für Veranstaltungen und Institutionen aus, die auch touristischen Zwecken dienen. Dazu zählen etwa die Straßenfastnacht, die Johannisnacht oder das Gutenbergmuseum. Da es sich hierbei um freiwillige Leistungen handelt, stehen diese Zuschüsse angesichts des Spardrucks unter besonderer Beobachtung der Kommunalaufsicht.

„Dank der Einnahmen aus der Beherbergungsabgabe können wir diese Zuschüsse, die zur Attraktivitätssicherung unserer Stadt so wichtig sind, nachhaltig haushaltsrechtlich absichern“, erklärt Bürgermeister und Finanzdezernent Daniel Köbler (Grüne). Mainz komme damit einer zentralen Forderung der Kommunalaufsicht nach, mehr Einnahmen zu erzielen, um das Haushaltsdefizit zu senken.

Auch Oberbürgermeister Nino Haase betont die Wichtigkeit der Abgabe: „Eine neue Abgabe löst keine Freudensprünge aus, auch bei mir nicht. Aber sie stellt die Finanzierung unserer erfolgreichen Tourismusinitiativen und Marketingmaßnahmen auch in schwierigen Haushaltszeiten auf ein nachhaltiges Fundament, ohne unsere lokalen Betriebe direkt zu belasten.“

Bis zu fünf Euro pro Übernachtung

Die Stadt rechnet durch die neue Abgabe mit Einnahmen von zwei Millionen Euro für das Jahr 2026 und vier Millionen Euro in den Folgejahren. Die Abgabe soll als indirekte Steuer erhoben werden. Das bedeutet, der Beherbergungsbetrieb zieht den Betrag beim Gast ein und zahlt ihn anschließend an die Stadt.

Die Höhe der Abgabe soll gestaffelt sein. Geplant ist ein Mindestbetrag von zwei Euro für Übernachtungskosten bis 50 Euro. Der Höchstbetrag liegt bei fünf Euro für Übernachtungen, die mehr als 200 Euro kosten. Laut Stadt würden für 90 Prozent der Übernachtungen vier Euro oder weniger fällig. Nach drei Jahren soll die Abgabe überprüft und bewertet werden.