Wann kommt das System gegen Lichtverschmutzung an Windrädern in Mainz und Rheinhessen?

Schonender für Tiere und Menschen soll es sein: Ein neues System lässt Blinklichter an Windrädern nur dann leuchten, wenn wirklich ein Flugzeug in der Nähe ist. In Rheinland-Pfalz wird es bereits eingesetzt, in Mainz und Rheinhessen noch nicht.

Wann kommt das System gegen Lichtverschmutzung an Windrädern in Mainz und Rheinhessen?

Anfang Juli ist in Rheinland-Pfalz erstmals ein bedarfsgerechtes System für Nachtbeleuchtungen an Windrädern in Betrieb genommen worden (wir berichteten). Das neue System sorgt dafür, dass die roten Blinklichter an den Windrädern nur dann leuchten, wenn sich tatsächlich ein Flugzeug nähert – ansonsten bleibt es in der Nacht nun dunkel. Das System verspricht dadurch mehr Schutz vor Lichtverschmutzung und soll so schonender für die Tierwelt und den Menschen sein. Bisher wird es allerdings nur in den Windparks „Am Ranzenkopf“ und in der Morbacher Energielandschaft im Hunsrück angewendet.

Torsten Szielasko ist Geschäftsführer der GAIA mbh. Das Unternehmen aus Lambsheim betreut unter anderem erneuerbare Energieprojekte in Mainz und Rheinhessen. Spielt das bedarfsgerechte Beleuchtungssystem auch für ihn und sein Team eine Rolle? Zum Teil, verrät er gegenüber Merkurist. Denn das neue System sei nicht für jede Windenergieanlage notwendig. Windräder in Mainz-Ebersheim (Süd), Nieder-Olm, Köngernheim oder Lörzweiler seien beispielsweise allesamt kleiner als 100 Meter. Daher seien sie von vorneherein nicht mit Warnleuchten – in der Fachsprache Flughindernisbefeuerungen genannt – ausgestattet. Logischerweise könne das bedarfsgerechte System dann auch nicht installiert werden.

Anders sei die Situation hingegen bei Windenergieanlagen in Mainz-Ebersheim (Nord), Klein-Winternheim oder Hechtsheim, so Szielasko. Denn diese seien mehr als 100 Meter hoch. Hier stehe man mit den Betreibern in Verhandlungen, um im kommenden Jahr innerhalb der gesetzlichen Frist das neue System anzubringen. Die Kosten für die Anbringung des bedarfsgerechtes Systems lägen hier bei 15.000 bis 60.000 Euro pro Windenergieanlage. Doch warum ist die Preisspanne so hoch? Szielasko erklärt, der Preis hänge davon ab, ob Betreiber sich auf ein einheitlichen System einigen könnten oder jeder Betreiber ein eigenes System anschafft. Zudem spiele es eine Rolle, ob das bedarfsgerechte System gekauft oder gemietet werde.

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