Was Ihr über die Theodor-Heuss-Brücke wissen müsst

Sie verbindet Mainz und Wiesbaden auf rund 500 Metern: die Theodor-Heuss-Brücke. Merkurist erzählt ihre Geschichte.

Was Ihr über die Theodor-Heuss-Brücke wissen müsst

Sie ist die wichtigste Verbindung zwischen Mainz und Wiesbaden und prägt das Bild beider Städte: die Theodor-Heuss-Brücke. Merkurist blickt auf ihre Geschichte zurück.

Erbaut wurde die rund 500 Meter lange Brücke zwischen 1882 und 1885 nach dem Entwurf von Friedrich von Thiersch, der sich damit gegen 37 Konkurrenten durchsetzte. Sie war ein Gemeinschaftsprojekt der Firmen Philipp Holzmann und der Gebrüder Benckiser. 3,5 Millionen Kilogramm Schmiedeeisen wurden damals laut Stadt Mainz verarbeitet. Der Bau kostete insgesamt 3,6 Millionen Goldmark.

Charakteristisch zur damaligen Zeit: die sogenannten Oktroihäuschen. Dort wurde früher das Brückengeld kassiert. Passanten zahlten vier Pfennig, Fahrgäste der Pferdebahn fünf und für Ziegen und Schweine musste ein Pfennig gezahlt werden. Damit sollte der Bau refinanziert werden.

Eröffnet wurde die Brücke am 30. Mai 1885. An diesem Tag war die Nutzung ausnahmsweise kostenlos. Bis 1912 musste aber bezahlt werden, dann wurde das Brückengeld abgeschafft. Die Oktroihäuschen wurden Anfang der 30er Jahre abgerissen, da die Brücke verbreitert wurde.

Große Sanierung in den 90ern

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Brücke dann zerstört. Deutsche Pioniere sprengten das Bauwerk im März 1945. Die neu errichtete Brücke wurde am 15. Mai 1950 eingeweiht - im Beisein des damaligen Bundespräsidenten, dessen Name sie heute trägt. Sie hatte dann aber noch eine weitere Bedeutung, denn sie verband die amerikanische (also die rechtsrheinischen Stadtteile Amöneburg, Kastel und Kostheim) und die französische Besatzungszone.

Die letzte große Sanierung erlebte die Brücke 1991 bis 1995. Die Stahlbögen wurden ausgetauscht. Außerdem sorgte die Denkmalpflege laut Stadt Mainz dafür, dass auch der Charakter des Bauwerks erhalten blieb. Dabei achtete sie besonders auf die Auswahl der Lampen und Geländer. Aber auch der Einbau von Wappen und einem originalen Halbbogen sollte die „Schönheit des Bauwerks“ wieder herstellen. Fast 140 Millionen Mark kostete die Sanierung.

Am 18. Juli 1995 durfte die Brücke wieder genutzt werden - erst einmal aber nur von Fußgängern. Rund 200.000 Menschen waren beim Brückenfest - und konnten erstmals seit 100 Jahren wieder ein Brückengeld entrichten. Natürlich nur als Erinnerung.

Ab Sonntag, 12. Januar, steht die nächste große Sanierung der Theodor-Heuss-Brücke an. Für vier Wochen wird die wichtigste Verbindung zwischen Mainz und Wiesbaden dann gesperrt. (rk)

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