Angespannte Parksituation in der Mainzer Neustadt

Die Suche nach einem Parkplatz in der Mainzer Innenstadt kann Autofahrern viele Nerven rauben. Selbst mit einem Parkausweis finden Anwohner in der Neustadt oft keinen Stellplatz für ihr Fahrzeug. Gibt es bald eine Besserung?

Angespannte Parksituation in der Mainzer Neustadt

Wer in der Mainzer Innenstadt parken möchte, muss oft geduldig sein. Es ist kein seltenes Bild, dass Anwohner nach Feierabend um den Block fahren und nach einem Parkplatz suchen. Bis zu einer Dreiviertelstunde suchte Merkurist-Leser Helge schon, bis er einen freien Parkplatz in der Mainzer Neustadt fand.

Insbesondere in den Straßen der nördlichen Neustadt gibt es viele Fremdparker, welche die öffentlichen Stellplätze nutzen. Da es in diesem Bereich kein Bewohnerparken gibt, haben Anwohner oft keine andere Wahl, als emsig nach einem freien Parkplatz zu suchen. Aber auch die vielen Baustellen begrenzen den Parkraum in der Mainzer Neustadt.

Der Frust einiger Betroffener sitzt tief. Das bestätigen auch die vielen Kommentare im Snip von Merkurist-Leser Daniel. Außer den etlichen Fragen zur angespannten Parkraumsituation geht es den Betroffenen hauptsächlich darum, dass sich bald etwas zum Positiven ändert.

Diese Frage kann momentan noch nicht beantwortet werden. Kurzfristige Besserung ist dennoch in Sicht. Christoph Hand (Grüne), Ortsvorsteher der Mainzer Neustadt, sagt auf Anfrage von Merkurist, dass er großes Verständnis für die Anwohner habe und nur um Geduld bitten könne. Zudem vermutet er, dass die Großbaustelle in der Wallaustraße und im Emausweg aktuell viele Fahrzeuge in andere Straßen verdränge, wodurch die Straßen besonders stark zugeparkt seien. „Ein wenig wird sich die Situation vermutlich wieder entspannen, wenn diese Baustelle fertiggestellt ist“, so Hand.

Die generelle Parkraumsituation ist laut Christoph Hand jedoch immer wieder ein Thema, das erst im vergangenen Jahr wieder im Ortsbeirat behandelt wurde. Die Verkehrsverwaltung habe deshalb eine erneute Parkraumanalyse in Auftrag gegeben. Diese sei gerade im Gange, wie der Ortsvorsteher sagt. „Die hieraus ermittelten Daten werden dann ausgewertet und die notwendigen Beschlüsse gefasst.“

Es handele sich bei der durchgeführten Analyse konkret um die potentiellen Bewohnerparken-Gebiete N5 und N6 (nordwestlich der Goethestraße bis zum Kaiserring), wie Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr auf Anfrage von Merkurist sagt. Diese Parkraumanalyse habe bereits am 10. und 12. September zu je vier Uhrzeiten (jeweils um 5, 10, 15 und 20 Uhr) stattgefunden und wird gerade ausgewertet.

Ein Bewohnerparken ist an klare Vorgaben gebunden

Grundlage für die Auswertung der Parkraumanalyse sind klare, gesetzlich vorgegebene Hürden, wie Peterhanwahr sagt. Ein Bewohnerparken könne nicht „einfach so“ eingeführt werden. „Nur wenn die Zahl der nicht im Gebiet wohnhaften Parker in den einzelnen Zeitbereichen überwiegt, kann ein Bewohnerparken nach der Straßenverkehrsordnung ausgewiesen werden.“

Zusätzlich müssen zwei weitere Kriterien erfüllt werden, um die gesetzlichen Hürden zu meistern. Zum einen müsste ein Mangel an privaten Stellplätzen bestehen, welcher anhand der gemeldeten Fahrzeuge gemessen wird. Außerdem müsste „eine im Tagesverlauf durchgängig hohe Auslastung von über 90 Prozent der öffentlichen Stellplätze bestehen“, so Peterhanwahr.

Wann und ob eine solche Anwohner-Parkzone also kommt, sei laut Christoph Hand nach jetzigem Stand ergebnisoffen. „Erst nach der detaillierten Analyse der erhobenen Daten kann eine klare Aussage getroffen werden“, sagt Ralf Peterhanwahr. Wie er ergänzt, sei das Ergebnis aber in absehbarer Zeit zu erwarten. (mo/df)

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