Warum die Gonsbachmühle seit drei Jahren leer steht

Vor drei Jahren wurde das ehemalige Restaurant Gonsbachmühle geschlossen. Seitdem steht das Fachwerkhaus am Gonsbachtal leer und verfällt immer mehr. Warum passierte über mehrere Jahre nichts?

Warum die Gonsbachmühle seit drei Jahren leer steht

Die Fenster sind eingeschlagen, die Bodenplatten vor dem Eingang herausgebrochen. Ein Bauzaun steht um das Gebäude, wohl um es vor weiterem Vandalismus zu schützen. Das einst schöne Fachwerkhaus direkt am Gonsbachtal ist heute eher ein trauriger Anblick. Früher war hier das Restaurant Gonsbachmühle untergebracht, bis der Eigentümer der Immobilie dem Betreiber kündigte. Ende 2014 schloss das Lokal und steht seitdem leer. „Warum verfällt die schöne Gonsbachmühle?“, fragt Merkurist-Leserin Natascha in einem Snip. Sie ärgert sich: Das Restaurant sei sehr beliebt gewesen, nun verfalle es seit Jahren. „Warum tut sich da nichts?“, will Natascha wissen.

Vor drei Jahren hatte die Allgemeine Zeitung berichtet, dass die Mühle abgerissen werden und einem Neubau weichen soll. Statt eines Restaurants sollten dann zwei Doppelhaushälften auf dem Grundstück stehen. Der ehemalige Restaurantpächter Mahmud Isa sagte damals gegenüber der Zeitung: „Wir wurden nach acht Jahren gezwungen, zu schließen.“ Nach der Kündigung im Sommer 2013 habe es eine gerichtliche Auseinandersetzung über den Mietvertrag gegeben, die der Eigentümer gewann. Der Gastronom musste ausziehen - und das, obwohl er viel in das Lokal investiert habe. Kurz darauf fand er aber etwas Neues: Isa betreibt inzwischen das Restaurant „Karcher Hof“ auf dem Grundstück des Tennisclubs Blau-Weiß in der Mainzer Oberstadt.

Clubhaus auf dem Gonsbachmühle-Grundstück

Doch wie ging es anschließend mit der Gonsbachmühle weiter? Der angrenzende Tennisclub, der sich sogar nach der Mühle benannt hat, weiß mehr. „Wir haben für die Tennisplätze nebenan einen Pachtvertrag bis 2033“, sagen Gabor Gencel und Andrea Simon, die Vorsitzenden des Tennisclubs Gonsbachmühle. Allerdings liegt das Clubhaus des Vereins auf dem Grundstück der Mühle: Es ist ein kleiner Anbau am Restaurant, in dem sich Duschen, Umkleiden und eine Küche für die Tennisspieler befinden. „Der Eigentümer hatte 2005 den Rohbau des Clubhauses übernommen, wir haben mit Unterstützung des Sportbunds den Rest finanziert“, sagt Gencel, der bereits seit 15 Jahren Mitglied im Tennisclub ist.

„Das Grundstück wurde zwangsversteigert.“ - Gabor Gencel, Vorsitzender TC Gonsbachmühle e.V.

Als nun der Restaurant-Betreiber Ende 2014 gehen musste, sollte auch der Tennisverein das Clubhaus räumen. Der Verein aber weigerte sich und ein Gerichtsverfahren folgte, das der Verein in zwei Instanzen, einmal vor dem Amtsgericht und einmal vor dem Landgericht, gewann. Der Tennisclub darf demnach das Clubhaus bis 2033 nutzen. „Doch jetzt im Herbst wurde das Grundstück, auf dem es steht, zwangsversteigert“, sagt Gencel. Durch die Zwangsversteigerung gingen die Rechte des Vereins am Clubhaus verloren.

Kommt nun der Abriss?

„Der neue Eigentümer wird die Gonsbachmühle wahrscheinlich abreißen und einen Neubau dorthin stellen, Baupläne gibt es ja schon lange“, sagt Simon. Dagegen sei auch nichts einzuwenden - der Verein hoffe nur, dass es weiterhin eine Möglichkeit gebe, ein Clubhaus auf dem Grundstück zu haben. Denn eine wirkliche Alternative gibt es nicht. Zwar gehört zur gepachteten Tennisanalge auch eine kleine Wiese, aber da das Gonsbachtal ein Landschaftsschutztgebiet ist, darf hier nicht gebaut werden - nicht einmal ein kleines Clubhaus. „Wir hoffen aber, dass der neue Eigentümer auf uns zukommt, bevor er einen Abriss startet. Und, dass wir gemeinsam eine gute Lösung finden, mit der alle zufrieden sind.“

(js)

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