Nach drei Jahren Bauzeit: Erste Mainzer in Hildegardis-Areal eingezogen

Auf dem Gelände des ehemaligen Hildegardis-Krankenhauses entstehen aktuell fast 450 hochwertig ausgestattete Wohnungen.

Nach drei Jahren Bauzeit: Erste Mainzer in Hildegardis-Areal eingezogen

Direkt an den Römersteinen, auf dem ehemaligen Gelände des Hildegardis-Krankenhauses, entsteht ein neues Quartier: In sieben Neu- und Altbauten werden 442 Wohnungen eingerichtet. Eine Kita ist im Bau, die Tiefgarage fast fertig. Die ersten Bewohner sind bereits eingezogen.

Der Ortsvorsteher der Oberstadt, Daniel Köbler (Grüne), wurde hier geboren, als das neue Quartier noch ein Krankenhaus war. Nun steht er auf dem neuen, in Wellenformen gestalteten Balkon des alten Bettenhauses und freut sich über den „einmaligen Blick“ über Mainz und die weite Umgebung. „Es ist wichtig für die Identität, dass die alte Struktur erhalten geblieben ist“, sagt er. Die ersten neuen Bewohner der Oberstadt haben bereits ihre Wohnungen bezogen, nun folgen „nach und nach die anderen“, erklärt Bauunternehmer und Molitor-Geschäftsführer Tim Gemünden. Die Eigentumswohnungen sind schon komplett vergeben. Die Kindertagesstätte ist noch im Bau, hier sollen künftig drei Gruppen plus Hort untergebracht sein. „Die Nachfrage ist gut“, so Gemünden. Im Angebot sind hochwertig ausgestattete Ein- bis Fünfzimmerwohnungen zwischen 36 und bis 146 Quadratmeter groß, ein Viertel ist gefördert.

Wohnraum dringend gebraucht

Der Mainzer Oberbürgermeister (OB) Michael Ebling (SPD) zeigte sich bei einem Baustellenbesuch am Dienstag „glücklich über die Weiterentwicklung des Areals“. Hier zeige sich, wie sich Quartiere so ändern können, dass sie neu nutzbar werden. Wichtig sei, dass der Charakter des ehemaligen Hildegardis-Krankenhauses erhalten bleibe, dass es „behutsam verändert“ werde.

„Es ist erstaunlich, wie ein so großes Bauvorhaben in so kurzer Zeit geschultert werden konnte. Das lief wie am Schnürchen“, so Ebling. Wohnraum werde in Mainz dringend gebraucht, denn die Stadt wachse weiter – allein in den vergangenen fünf Jahren seien 6800 neue Einwohner nach Mainz gezogen. „Pro Jahr schaffen wir in Mainz ein Prozent mehr Wohnraum, das ist mehr als im Bundesdurchschnitt.“ Wie die Mainzer Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) berichtet, sei erst 2017 die erste Bauvoranfrage bei der Stadt eingegangen, ein Jahr später habe es den ersten „Workshop“ mit allen Beteiligten gegeben. „Das Gelände ist mit sehr viel Emotionen verbunden“, so Grosse. „Uns war wichtig, dass Alt und Neu gut miteinander verbunden wird und die städtebauliche Struktur erkennbar bleibt.“ Zudem sollten die Gebäude so angeordnet werden, dass Kaltluftschneisen entstehen.

E-Ladestationen und Smart-Home-Lösungen

Alt und Neu bedeutet auch: Das Hildegardis-Wohnquartier wurde mit einigen modernen Finessen ausgestattet. So sind in der Tiefgarage bereits 60 Stellplätze mit E-Ladestationen versehen, weitere 70 könnten hinzukommen. Die Energie kommt aus der eigenen Geothermie, auch, um „unabhängig von der Gaspreisen zu sein“, wie Gemünden betont. Die Fußbodenheizungen sollen im Winter wärmen, einige haben eine Kühlfunktion für den Sommer. Flächendeckend gebe es Smart-Home-Lösungen, so dass sich die Technik in den Wohnungen vom Handy aus bedienen lasse. So bekommt man etwa eine Nachricht aufs Smartphone, sobald ein Paket in der zentralen Box abgelegt worden ist.

Ruhige Lage in Stadtnähe, Wohnungen mit hohem Standard und ein historisch-modernes Ambiente: Wer in der „Stadtoase“ wohnen möchte, zahlt auch einen hohen Preis: So kostet etwa die Kaltmiete einer Drei-Zimmer-Wohnung im Haus „Planta“ 1490 Euro – für 94 Quadratmeter inklusive Balkon.

Weitere Details zum Bau sowie zum Quartier findet ihr hier.

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