Biontech vergrößert Hauptsitz in Mainz – in neuem Wohngebiet

Das Biotech-Unternehmen Biontech plant in Mainz gerade den Bau des Biontech-Campus. Doch das ist längst nicht alles, das sich in den nächsten Jahren auf einem ehemaligen Kasernen-Gelände in der Oberstadt ändern soll.

Biontech vergrößert Hauptsitz in Mainz – in neuem Wohngebiet

Seit mehr als 15 Jahren werden Pläne geschmiedet, wie es mit dem Gelände der Generalfeldzeugmeister-Kaserne (GFZ-Kaserne) in der Mainzer Oberstadt weitergehen soll, wenn die Bundeswehr dort abzieht. Der Standort soll geschlossen werden, die verbliebenen Soldaten auf die Kurmainz-Kaserne in Hechtsheim ausgelagert werden. Schon lange steht fest, dass auf dem Gelände gegenüber dem Katholischen Klinikum Mainz (KKM) neuer Wohnraum entstehen soll. Doch die Corona-Krise hat diese Pläne nun mal wieder verändert.

Nach teilweise „harten Verhandlungen“ zwischen dem Land, der Bundeswehr und der Stadt Mainz, wie Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) sagt, ist nun klar: Ende 2021 oder Mitte 2022 soll die Bundeswehr abziehen und das Gelände an die Stadt Mainz übergehen. Die Pandemie hat gerade deshalb so massive Auswirkungen auf die Pläne dort, weil das ansässige Biotech-Unternehmen „Biontech“ mit der Erfindung des Corona-Impfstoffs zum Weltkonzern aufgestiegen ist. In den neuesten Planungen spielt Biontech inzwischen eine entscheidende Rolle.

Biontech-Campus soll entstehen

Wie OB Ebling und Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) am Dienstag erklärten, wird Biontech seinen Hauptsitz auf dem Kasernengelände nämlich erheblich vergrößern. Ein neuer Bebauungsplan dazu wird gerade erstellt. Bereits seit 2011 hat das Unternehmen seinen Hauptsitz auf einer Teilfläche der ehemaligen GFZ-Kaserne errichtet und expandiert seitdem. Geplant ist der sogenannte Biontech-Campus, der zweigeteilt zwischen rund 450 neuen Wohneinheiten, einem Einkaufsmarkt und zwei neuen Kindertagesstätten auf dem GFZ-Kasernengelände entstehen soll. „Der Name und das Wirken der Firma Biontech hat in Mainz bereits seit einigen Jahren - und nicht erst seit der Corona-Pandemie - einen sehr guten Ruf. Die Landeshauptstadt weiß, welches Juwel sie in ihren Stadtgrenzen birgt und wir sind stolz darauf“, erklärte Ebling nun in einem Pressegespräch am Dienstag.

Ebling sagte zudem, dass mit dem Abzug der Bundeswehr in den kommenden Monaten die Grundstücksverwaltungsgesellschaft der Stadt Mainz mbH (GVG) das komplette Areal erwerben werde. „Dies sichert die Entwicklung des rund zehn Hektar großen Areals aus einer Hand und gibt uns die Möglichkeit, zukunftsweisender Biotechnologie ‚Made in Mainz‘ auch Fläche zu geben.“ Zudem ist auf dem Gelände auch an zentraler Stelle ein neues Ortsverwaltungsgebäude vorgesehen. Anders als vorab geplant wäre der Biontech-Campus dann über die Straße „An der Goldgrube“ erreichbar, das neue Wohngebiet über die Jägerstraße.

Biontech weitet sich jetzt schon in Mainz aus

Nach enger Abstimmung mit der Stadt Mainz zeigt sich auch Biontech mit der neuen Lösung überaus zufrieden. „Wir planen, unseren Hauptsitz an der Goldgrube zu einem Forschungs-Campus mit Verwaltung weiterzuentwickeln“, sagt Dr. François Clement Perrineau, Senior Director Laboratory & Infrastructure Management. „Nach aktueller Planung sollen am Biontech-Campus Labor- und Büro-Flächen für jeweils 1000 Mitarbeiter in der Forschung und Entwicklung sowie in der Verwaltung entstehen. Als Produktionsort für Medikamente und Impfstoffe sei Mainz jedoch nicht vorgesehen. Diese würden auch weiterhin in Marburg und Idar-Oberstein hergestellt.

Zu den anfallenden Investitionskosten gibt Biontech derzeit keine Details bekannt. Klar ist: Das Biontech-Bauprojekt wird noch einige Jahre andauern. Mit einer Fertigstellung in den nächsten fünf Jahren sei nicht zu rechnen. Ein Bebauungsplan soll laut OB Ebling „bald“ beschlossen werden. Bis eine benötigter Satzungsbeschluss vorliegt, dauert es wohl noch bis ins Jahr 2022. Vorher werden wegen der stationierten Soldaten aber ohnehin keine Bagger rollen können. Gleichzeitig und ungeachtet der Kasernen-Pläne hat Biontech angekündigt, schon Ende 2021 mit neuen Räumen für Forschung und Entwicklung in der Hechtsheimer Adam-Opel-Straße an den Start gehen zu wollen.

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