„Leuchtturm-Projekt“ im Heiligkreuz-Areal

Immer mehr Städte in Deutschland lassen Wohnprojekte von Baugemeinschaften realisieren. Auch in Mainz steigt die Nachfrage nach solchen Flächen. Doch was macht die Baugemeinschaften aus?

„Leuchtturm-Projekt“ im Heiligkreuz-Areal

Wer in Mainz auf der Suche nach einer eigenen Bleibe ist, muss meistens nicht nur viel Geld bezahlen, sondern kann sich auch selten seine Nachbarn aussuchen. Deswegen schließen sich inzwischen immer mehr Einzelpersonen zu so genannten Baugemeinschaften zusammen, um genau das zu ändern. Auch in Mainz steigt die Nachfrage nach den selbst geplanten Bauprojekten.

Baugemeinschaften immer mehr gefragt

Im Dezember 2015 sprach sich der Stadtrat dafür aus, bei zukünftigen Wohnungsbauprojekten in Mainz vermehrt Baugemeinschaften zu fördern. „In anderen Städten kommen Baugemeinschaften schon häufiger vor. Die Stadt hat sich entschieden, Baufelder an Baugemeinschaften abzugeben, da sie auch hier immer mehr nachgefragt wurden“, erklärt Stadt-Pressesprecher Ralf Peterhanwahr. Momentan stecke das Projekt allerdings noch „in den Kinderschuhen“.

Umgesetzt wird die Förderung von Baugemeinschaften aktuell zum Beispiel auf der Fläche „An der Wiese“ in Ebersheim. Auch auf dem ehemaligen IBM-Gelände in Weisenau entsteht ein weiteres Wohnbauprojekt. Auf dem mehr als 30 Hektar großen Heiligkreuz-Viertel ist ein Nahversorgungszentrum mit Wohnflächen, aber auch Platz für Gastronomie, Einzelhandel, Büros und Gewerbe geplant. Eines der zwölf Baufelder ist für Wohngemeinschaften vorgesehen, derzeit findet die Bewerbungsphase statt.

Mehrfamilienhaus mit Gemeinschaftsfläche

Eine der drei Baugemeinschaften, die dort Eigenheime errichten möchten, ist „49°N“. „Wir planen ein Mehrfamilienhaus mit 25 Wohneinheiten“, sagt Mitgründerin Verena Czicholl gegenüber Merkurist. Fünf bis zehn Prozent des Platzes soll zudem zur Gemeinschaftsfläche werden. „Durch eine gemeinsame Dachterrasse oder einen Waschraum kann jeder auch seinen eigenen Wohnraum erweitern“, so Czicholl.

Als Vorteil einer Baugemeinschaft sieht sie außerdem, dass jede Partei ihren Wohnraum nach eigenen Vorstellungen gestalten kann - sei es die Bausubstanz oder andere Sonderwünsche. „Kein anderer hat so ein großes Interesse an der Wohnung wie der direkte Käufer“, sagt Czicholl. Deshalb sei es um so wichtiger, dass die zukünftigen Besitzer den Wohnraum nach ihren Wünschen und mit Unterstützung von selbst gewählten Fachkräften gestalten können. In der Gemeinschaft zu bauen, sei sogar günstiger, weil durch den fehlenden Investor kein Gewinn erzielt werden müsse.

Einzug wohl Ende 2020

Momentan gibt es laut Czicholl circa zehn Baugemeinschaften in Mainz. „49°N“ sieht sie als „Leuchtturm-Projekt“ und hofft, nachfolgenden Baugruppen ein Vorbild sein zu können. Derzeit gehört das Areal noch den Mainzer Stadtwerken, soll aber im Herbst 2019 gekauft werden. Der Einzug könnte Ende 2020 stattfinden. Wer Interesse an der Baugemeinschaft hat, könne sich an „49°N“ wenden.

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