Das passiert mit dem ADAC-Haus in der Großen Langgasse

Schon im Jahr 2019 mussten die ersten Mieter aus dem ADAC-Haus in der Großen Langgasse ausziehen. Das Gebäude sollte umfangreich saniert werden. Passiert ist seitdem jedoch noch nichts. Wie geht es jetzt weiter?

Das passiert mit dem ADAC-Haus in der Großen Langgasse

Drei Jahre ist es schon her, dass fast alle Mieter aus dem ADAC-Haus in der Großen Langgasse ausziehen mussten. Merkurist hatte damals von den Plänen des ADAC berichtet: Demnach sollte das Haus an der Ecke zur Emmeransstraße ab Ende 2020 aufwändig saniert werden. Fassade, Rohre und Dämmungen – alles sollte neu gemacht werden. Außerdem stand zur Diskussion, dass der vordere zweistöckige Teil des Gebäudes auf vier Stockwerke erhöht wird.

Passiert ist seitdem allerdings noch nichts. Wie Merkurist erfuhr, werden nun allerdings zum 1. Juni die letzten Mieter ausziehen. Unter anderem der Optiker Thomas Schottler („Optix“), der eigentlich noch einen Mietvertrag bis 2025 gehabt hätte. „Ich hatte die Wahl auszuziehen oder auf der Baustelle sitzen zu bleiben.“ Konkrete Infos dazu, wie es mit dem Gebäude weitergeht, habe er nicht bekommen. „Ich war seit 2005 Mieter, da hätte ich mir schon mehr Entgegenkommen des ADAC gewünscht.“

Doch Schottler fand eine Alternative: Er zieht jetzt direkt gegenüber in die Kötherhofstraße 5. „Der Umzug hat auch einige Vorteile. Ich habe in den vergangenen Jahren nebenbei eine Ausbildung zum Hörakustiker gemacht und kann im neuen Laden jetzt auch Hörgeräte anbieten.“

Was jetzt mit dem ADAC-Haus passiert

Doch wie geht es jetzt mit dem ADAC-Haus weiter? Wird das Gebäude kernsaniert, aufgestockt oder sogar abgerissen? Ein ADAC-Sprecher teilt auf Merkurist-Anfrage mit. „Modelle inklusive einer Aufstockung werden aktuell geprüft. Hierzu wurden von drei Architekturbüros Machbarkeitsstudien erstellt.“ Fest stehe: Das Gebäude wird nicht verkauft.

Wie der Sprecher sagt, seien die Mieter 2019 informiert worden, dass das Gebäude mit Blick auf die Arbeiten „vollständig entmietet werden muss“. Diese Entscheidung habe man mit den Fachplanern getroffen, weil es zu Einschränkungen wie Baulärm und Vibrationen kommen werde. Der Hauptgrund für die Sanierung sei der veraltete Zustand des Hauses (Bausubstanz, Haustechnik, Energieeffizienz). Auch der ADAC selbst zog 2019 in die Markthäuser – zumindest vorübergehend.

Kritik an dem Vorgehen weist der Sprecher zurück: „Wir standen seit 2019 fortlaufend in engem Austausch mit den Parteien.“ Mit allen Mietern seien individuelle Vereinbarungen bezüglich der Vertragslaufzeiten und Auszugtermine getroffen worden. „Die städtische Baustelle in der Großen Langgasse und umgebende Leerstände waren somit mindestens zwei Jahre vorhersehbar und ermöglichten jedem Mieter ein frühzeitiges Reagieren.“

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