Boykott: Mainzer Wirt zeigt keine WM-Spiele

Ab Ende November läuft in vielen Mainzer Kneipen die Fußball-WM in Katar. Im Irish Pub „Nolan's“ bleiben die Fernseher hingegen aus. Warum? Wir haben mit Inhaber Barry Nolan gesprochen.

Boykott: Mainzer Wirt zeigt keine WM-Spiele

Wenn am 23. November das erste WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan angepfiffen wird, bleiben die Fernsehgeräte im Irish Pub „Nolan’s“ aus. Der Grund: Die Partie findet in Katar statt. „Normalerweise würden wir bei einer WM oder EM die Spiele der deutschen Mannschaft zeigen, aber nicht bei dieser WM“, sagt Pub-Inhaber Barry Nolan im Gespräch mit Merkurist.

Die Entscheidung habe er schon vor längerer Zeit getroffen, „seit klar war, wie schlimm die Menschenrechtslage in Katar ist und wie viele Arbeiter dort gestorben sind“, so Nolan. Ein anderer Grund sei die Austragung der WM im Winter. „Das ist für mich keine WM. Dazu gehört einfach das Biergarten-Feeling im Sommer.“ Die ganze Veranstaltung sei für ihn absurd. „Wir reden hier über Klimaschutz, und in Katar baut man einfach mal acht Stadien, die danach nie wieder genutzt werden.“

„Gibt wichtigere Dinge als Geld“

Dass andere Gastronomen die WM zeigen wollen, könne er verstehen. Wie Merkurist erfuhr, hatte sich ein Mainzer Wirt bereits dazu entschieden, die Spiele nicht zu zeigen, aus Angst vor fehlenden Einnahmen macht er es nun doch. Nolan sagt dazu: „Das muss jeder selbst entscheiden. Aber ich kann die Spiele nicht mit gutem Gewissen zeigen.“ Er glaubt auch nicht, dass sein Pub leer bleibt, wenn die wichtigen WM-Spiele laufen. „Wir sind keine Fußballkneipe. Im Winter wird es bei uns hoffentlich trotzdem voll sein. Und wenn nicht: Es gibt wichtigere Dinge als Geld.“

Generell habe der gebürtige Ire mit Fußball nur noch wenig am Hut. „Früher war ich Fan, heute gucke ich immer weniger. Schau dir doch an, was die UEFA und die FIFA machen“, sagt Nolan. Und Spieler wie Erling Haaland verdienten mittlerweile eine Million Pfund pro Woche. „Die Leute beschweren sich darüber, aber schauen dann trotzdem weiter. So wird sich nie etwas ändern.“

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