Mainzer Fahrschule sorgt mit Facebook-Post für Lacher

Zum ersten Mal seit 20 Jahren musste die Fahrschule „Baroli“ in Weisenau zwei ihrer Autos an der Straße parken. Für einen Nachbarn war das offensichtlich einmal zu viel.

Mainzer Fahrschule sorgt mit Facebook-Post für Lacher

Dieser Post sorgt derzeit für Lacher: Am Montagmittag veröffentlichte die Weisenauer Fahrschule „Baroli“ einen Beitrag auf Facebook, bis zum Abend hatte dieser schon Hunderte Likes und Kommentare. Doch worum geht es?

Zum ersten Mal seit etwa 20 Jahren musste die Fahrschule wieder ihren Hof sanieren. Deshalb konnten die Fahrschulautos in der Nacht von Sonntag auf Montag dort nicht geparkt werden. Doch Inhaberin Claudia Baroli und ihr Mann Torsten hatten dafür eine Lösung: Sechs der acht Autos nahmen Fahrlehrer mit nach Hause, die zwei restlichen wurden in der Nähe der Fahrschule geparkt. „Wohlgemerkt im öffentlichen Verkehrsraum, das ist nicht verboten“, sagt Torsten Baroli gegenüber Merkurist. „Und das nur eine Nacht lang.“

Nachbar schreibt Zettel

Für einen Nachbarn oder eine Nachbarin war das aber offensichtlich schon zu viel. In einem Facebook-Post schreibt Torsten Baroli: „Heute Morgen haben wir dann je einen Schmierzettel an jedem dieser zwei Fahrzeuge gefunden.“ Auf diesen stand: „Das ist ein Wohngebiet und kein Fahrschulparkplatz.“ Einer der Fahrlehrer habe die Zettel mit in die Fahrschule gebracht und dem Team gezeigt, erzählt Baroli. „Wir haben Tränen gelacht.“

Auch in dem Facebook-Post macht sich Baroli über den anonymen Schreiber lustig. „Liebe(r) Zettelschreiber(in), wir haben gemeinschaftlich beschlossen, Sie hiermit zum Hobby-Bobby des Jahres 2019 zu ernennen“, heißt es darin unter anderem. Am Ende des Posts zeigt sich Baroli aber versöhnlich: „Sollten Sie drüber reden wollen, wir laden Sie gerne auf eine Tasse Kaffee ein. Besuchen Sie uns doch kurz - nicht uniformiert - in unserem Büro. Wir lächeln anschließend mal gemeinsam über die viele Arbeit, die Sie sich völlig unnötig gemacht haben.“

Arbeiten noch nicht fertig

Dass der Facebook-Post für so viel Aufsehen sorgt, habe ihn überrascht, so Baroli. „Ich hätte nicht gedacht, dass er so durch die Decke geht. Aber das freut mich natürlich.“ Bisher habe sich der Zettelschreiber nicht bei ihm gemeldet. „Falls er das doch noch macht, steht unser Angebot auf einen Kaffee natürlich noch.“

Bis dahin bekommt der Nachbar oder die Nachbarin wohl einen weiteren Grund, sich aufzuregen. Weil der Hof nicht ganz fertig geworden ist, gehen die Arbeiten am nächsten Wochenende weiter. „Dann werden wir es wieder genauso machen — und zwei Autos stehen für eine Nacht an der Straße.“ Die Fahrschule gibt es seit mehr als 100 Jahren und wird mittlerweile in der vierten Generation geführt. Baroli sagt: „Mit unseren Nachbarn haben wir uns seitdem immer bestens arrangiert. Auch, weil viele bei uns ihren Führerschein gemacht haben. Diese Person aber anscheinend nicht.“

(mr)

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