Sparkasse Mainz schließt vier Filialen

Die Sparkasse Mainz wappnet sich für die Zukunft und hat daher eine neue Strategie für ihre Standorte erarbeitet. Was das Geldinstitut vorhat.

Sparkasse Mainz schließt vier Filialen

Mit einer neuen Standortstrategie will die Sparkasse Mainz in die Zukunft starten. Diese sieht nicht nur umfassende Modernisierungen und Neubauprojekte vor, auch die Schließung von vier Filialen und deren Umwandlung in SB-Standorte steht auf dem Plan. Insgesamt investiert das Unternehmen einen siebenstelligen Betrag pro Jahr.

Von Schließungen betroffen sind die Standorte Laubenheim, Ebersheim, Budenheim und Unimedizin/Oberstadt. Dort gebe es künftig ein SB-Angebot, so Vorstandsvorsitzender Thorsten Mühl im Gespräch mit Merkurist. „Die persönliche Betreuung und Beratung erfolgt in der nächstgelegenen Filiale oder in unserer Zentrale am Münsterplatz.“ In Ebersheim, Budenheim und an der Uniklinik werde diese Umstellung zum 1. September vollzogen. In Laubenheim gebe es eine Besonderheit. Das SB-Angebot werde, so Mühl, bereits ab 1. August in der Mainzer Volksbank an der Oppenheimer Straße angesiedelt. Dort könne man – im Gegensatz zur bisherigen Filiale – Barrierefreiheit garantieren. In Ebersheim werde der SB-Standort wahrscheinlich aber an anderer Stelle zu finden sein, so Mühl weiter.

Keine Entlassungen

Doch was geschieht mit den Mitarbeitern an diesen Standorten? „Die neue Standortstrategie hat keinen Personalabbau zur Folge“, sagt der Vorstandsvorsitzende. „Die betroffenen Mitarbeiter wissen, wo sie eingesetzt werden. Uns war es wichtig, mit ihnen zuerst zu reden, um ihnen potenzielle Ängste sofort nehmen zu können. Unsere Mitarbeiter denken da sehr realistisch, sie kriegen viel mit, gerade weil sie hautnah mit den Kunden im Gespräch sind.“ Für die Schließung gebe es betriebswirtschaftliche Gründe, aber auch die Frequentierung dieser Filialen habe nachgelassen. „Wir haben beobachtet, dass die Kunden im Durchschnitt noch einmal pro Jahr zur Beratung in der Filiale sind. Für die Mitarbeiter ist der so entstehende Leerlauf frustrierend“, so Mühl.

Doch nicht nur Filialen werden geschlossen, auch einige Geldautomaten werden nicht weiter betrieben oder ziehen um. Davon betroffen ist zum Beispiel der Automat am Bahnhof Oppenheim, dessen Betrieb bis Jahresende eingestellt werde. Auch die Automaten am Hartenberg sowie an der Hochschule Mainz werden nicht weiter betrieben beziehungsweise ersetzt. Letzterer war im März 2019 gesprengt worden (wir berichteten). „Die Gefahr ist dort zu groß, dass es erneut zu einer Sprengung kommt“, sagt Mühl. In Undenheim werde der Geldautomat vom bisherigen Standort Staatsrat-Schwamb-Straße an den Rewe-Markt verlegt – voraussichtlich ab Herbst.

Cash-Recycler sollen kommen

Auch Neubauprojekte sind geplant. So sollen die Filialen in der Mainzer Neustadt und in Nierstein neu gebaut werden. Derzeit sei man dazu noch in Verhandlungen, sagt der Vorstandsvorsitzende. Ende 2021 sollen die Filialen dann eröffnen. Zudem werden die Geldautomaten weiter modernisiert. Bis Jahresende 2019 sollen 19 sogenannte Cash-Recycler in Betrieb genommen werden. Die Kunden können hier nicht nur Bargeld abheben, sondern auch einzahlen.

Außerdem investiert die Sparkasse in die Erweiterung ihrer Beratungsangebote. „Der stationäre Vertrieb ist eines unserer wesentlichen Merkmale, daran wollen wir auch festhalten“, sagt Mühl. Auf der Agenda stehe zum Beispiel die Modernisierung des Beratungscenters in Gonsenheim. Die Arbeiten beginnen am 1. Juli, die Filiale werde dann für acht bis zehn Wochen geschlossen sein. „Wir werden aber vor Ort zwei Service-Container zur Verfügung stellen sowie in der Ortsverwaltung präsent sein. Außerdem wird sich die Beratungskapazität erhöhen, wir werden vier weitere Berater vor Ort stellen.“ Doch nicht nur im direkten Gespräch will die Sparkasse ihre Kunden beraten, auch das Online-Angebot soll ausgeweitet werden. In einem Multi-Media-Center sollen die Kunden dann per Skype und Chat ihre Fragen stellen können. Dafür seien auch Schulungen geplant, in denen die Kunden Tipps bekommen, so Mühl. Dies soll noch in diesem Jahr starten. (pk)

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