Das ändert sich jetzt bei der MVB

Standorte schließen und zusammenlegen - diesen Schritt hat die Mainzer Volksbank bereits gemacht. Welche Pläne die Bank noch für die Zukunft hat.

Das ändert sich jetzt bei der MVB

Ein heller, großer Raum, moderne Tische und viel neue Technik: Die Filiale der Mainzer Volksbank (MVB) am Höfchen wurde vor einigen Tagen nach Umbauarbeiten wiedereröffnet. „Wir haben zum geplanten Umbau unsere Privat- und Geschäftskunden nach ihren Wünschen und Vorstellungen gefragt. Zwei Jahre ist der Umbau geplant worden, Anfang März haben die Bauarbeiten begonnen“, sagt Filialleiter Guido Weitzel. Die Modernisierung ihrer Filialen ist ein wichtiger Bestandteil davon, wie sich die Mainzer Volksbank für die Zukunft rüstet.

Ein Signal aus den Gesprächen: „Viele Kunden wollen Digitales parallel zu den Filialangeboten nutzen können, also zum Beispiel nach wie vor Geld einzahlen und wechseln“, sagt Weitzel. Während die Sparkasse Mainz ihre Standortstrategie unlängst vorgestellt hat (wir berichteten), hat die MVB diese Neuordnung schon hinter sich. „Dass wir Filialen schließen oder zusammenlegen ist derzeit kein Thema. Vor zwei Jahren haben wir unser Filialnetz anhand des Nutzungsverhaltens überprüft und neu geordnet“, sagt Martin Eich, Leiter der Unternehmenskommunikation. „Natürlich gibt es Standorte, die mehr oder weniger genutzt werden. Fakt ist aber, die Nachfrage an Beratungsangeboten steigt. Aktuell suchen wir nach neuen Beratern, das Personal in diesem Bereich soll aufgestockt werden.“

Mehr Transparenz schaffen

Und auf diese gestiegene Nachfrage sei auch die modernisierte Filiale am Höfchen ausgerichtet. „Die Filiale soll nicht protzig sein, sondern dem Kunden einen Nutzen bringen“, sagt Weitzel. Gerade die Transparenz in der Beratung sei erhöht worden. „In den neuen Räumen wird das, was der Berater auf dem Bildschirm macht, auch auf einen größeren Bildschirm übertragen. So sieht der Kunde jederzeit, was passiert“, so Eich. „Bei der Beratung können die Kunden nun aktiv mitarbeiten“, ergänzt Weitzel. Herzstück sei ein sogenannter Pick-and-Play-Tisch, ein Touchscreen mit Objekterkennung, auf dem die Kunden sich über die Angebote der Bank informieren können. Sobald sie einen bestimmten Gegenstand auf diesem Tisch platzieren, öffnet sich auf dem Touchscreen eine dazugehörige Themenwelt.

Insgesamt lagen die Kosten im sechsstelligen Bereich und seien deutlich geringer ausgefallen als geplant, so Eich. Des Weiteren seien Firmen aus der Region am Umbau beteiligt gewesen, denn: „Regionalität ist eines unserer wichtigsten Merkmale.“ In naher Zukunft seien erst einmal keine Umbauten mehr geplant, doch das Filialnetz solle nach und nach modernisiert werden. In den Regionalcentern in Hochheim, Ingelheim und Nieder-Olm sei dies schon geschehen. Es gebe aber keinen festen Umbauplan.

Umstellung der Kontomodelle

Was einigen Kunden aber aufgefallen sein dürfte, ist die Umstellung der Kontomodelle zum 1. Juli. So ging es zumindest Merkurist-Leser Markus: „Kein kostenloses Gehaltskonto mehr bei der MVB. Auch Alt-Verträge werden aufgekündigt.“ Martin Eich erklärt: „Unsere Kontomodelle haben wir vereinfacht – wir haben von vier auf zwei Modelle reduziert.“ Nun gebe es ein Online-Konto ab 1,90 Euro im Monat und ein Komfort-Konto für 6,90 Euro monatlich. Betroffene Kunden seien informiert worden, es gebe jederzeit die Möglichkeit, zu wechseln oder sich anderweitig beraten zu lassen. „Kein Konto ist umsonst, Leistung hat immer einen gewissen Preis. Wir müssen uns auch an den Markt anpassen“, sagt der Unternehmenssprecher. Und Weitzel ergänzt: „Viele Kunden haben auch Verständnis für Preissteigerungen, wenn man ihnen erklärt, welche Leistungen sie dafür bekommen.“ (pk)

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