Probleme mit Bahnschranke: Nackenheimer befürchten Unfälle

Immer wieder funktionieren die Bahnschranken in Nackenheim nicht richtig: Sie stehen permanent auf, ob ein Zug kommt oder nicht. Viele Bürger fürchten, dass es zu Unfällen kommt. Warum wird das Problem nicht behoben? Wir haben nachgefragt.

Probleme mit Bahnschranke: Nackenheimer befürchten Unfälle

Eine Bahnschranke, die nicht mehr schließt? Dieses Problem beschäftigt die Nackenheimer immer wieder. Sie fragen sich, was der Grund für die defekte Schranke ist und wann das Problem endgültig behoben sein wird. Die Schranke befindet sich am Übergang der Bahngleise zwischen der B9 und Nackenheim, sie ist eine der wichtigsten Verbindungen des Ortes zur Bundesstraße. Wir haben uns bei verschiedenen Stellen umgehört.

Seit Jahren ein Thema

Wie lange das Problem mit der defekten Schranke bereits besteht, kann Merkurist-Leserin Stephanie Schneider-Kieslich gar nicht so genau sagen, aber mindestens seit 2013. „Da war es schon ein Thema.“ Vor knapp zehn Tagen, am 7. April, schloss sich die Schranke wieder nicht. „Aktuell ist die Bahn mit einer ‚manuellen‘ Schranke vor Ort“, teilte Schneider-Kieslich an dem Tag gegenüber Merkurist mit. Bahnmitarbeiter seien also da, um mit Bändern abzusperren, wenn ein Zug kommt.

Schneider-Kieslich fürchtet, dass die Situation schnell gefährlich werden kann. „Es muss wohl erst ein schlimmer Unfall passieren, bevor hier reagiert wird.“ So schrieb bereits im Oktober 2020 ein Mitglied der Facebookgruppe „Nackenheimer Community“: „Die Bahnschranke funktioniert nicht, könntet ihr eine Warnung melden? Meine Freundin kam eben von der Arbeit und wollte drüber. […] Wäre sie 10 Sekunden früher durch, wäre das nicht gut ausgegangen.“

Absperrung mittels Bändern

Fragt man bei der Kreisverwaltung Mainz-Bingen nach, erklärt eine Pressesprecherin: „Uns ist das noch nicht bekannt.“ Die Verwaltung sei hier nicht involviert. Auch von der Gemeinde Nackenheim wird man weiterverwiesen: „Als Ortsgemeinde sind wir für diesen Bereich nicht zuständig, da es sich um eine Landstraße handelt“, erklärt Ortsbürgermeister René Adler (FWG). Von den Störungen würde die Ortsgemeinde oft erst im Nachgang erfahren. Er wisse von ein bis zwei Vorfällen im vergangenen Jahr. Als er bei der Bahn danach gefragt habe, habe man ihm versichert, dass die Zugführer angehalten werden, „auf Sicht“ zu fahren, wenn die Anlage nicht funktioniere. „Das heißt, sie fahren dann maximal Schrittgeschwindigkeit.“

Adler weist auch auf die Missverständnisse hin, die in den sozialen Medien aufkommen können: Dort würde die Nachricht mit der defekten Anlage immer noch weitergeleitet, selbst wenn das Problem bereits behoben sei. „Dann hat man den Eindruck, die Schranke sei dauerhaft defekt.“ Er schätzt, dass es „normal“ sei, dass Schranken immer mal wieder nicht funktionieren. „Ob der Fehler in Nackenheim besonders häufig auftritt, weiß ich nicht.“

Bei starkem Wind störanfällig

Bei der Deutschen Bahn (DB) ist zu erfahren, dass der Bahnübergang dem neuesten Stand der Technik entspreche. Er sei erst 2018 erbaut worden und sowohl von der Aufsichtsbehörde der DB als auch vom Eisenbahnbundesamt für den Einsatz zugelassen, erklärt eine DB-Sprecherin auf Anfrage. In regelmäßigen Abständen werde er von Mitarbeitern der Bahn und des Herstellers überprüft. Außer bei wenigen Einzelfällen und „besonders starken Windverhältnissen“ sei eine technische Störung an den Schranken aufgetreten – so etwa am 7. April aufgrund von Sturmböen.

„Die DB hat mit der Herstellerfirma daraufhin sowohl die Kraft als auch die Schließzeiten der betroffenen Schrankenantriebe angepasst – mit positiven Resultaten.“ Die Sprecherin sagt aber auch, dass die DB „gemeinsam mit dem Hersteller weiter an einer langfristigen Lösung“ arbeite. Wie diese aussehen soll, teilt sie jedoch nicht mit.

Prinzipiell würden, sobald es eine Störung am Bahnübergang gebe, tatsächlich festgelegte Sicherheitsabläufe greifen. Der Lokführer fahre dann langsam den Bahnübergang heran und stoppe zunächst den Zug. Erst, wenn er sich davon überzeugt habe, dass der Bereich der Bahnübergangs frei sei, fahre er darüber. Bei längeren Störungen setze die DB „Bahnübergangsposten“ ein.

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