Warum das Schwimmen im Rhein verboten ist

Immer wieder müssen zwischen Mainz und Wiesbaden Personen aus dem Rhein gerettet werden, weil sie dort schwimmen gegangen sind. Norbert Höfel von der DLRG erklärt, welche Gefahren der Rhein für Schwimmer und Retter birgt.

Warum das Schwimmen im Rhein verboten ist

Eigentlich ist das Baden im Rhein verboten, nur an ein paar Stellen wird es auf eigene Gefahr geduldet - und das hat gute Gründe. Erst vor Kurzem mussten Feuerwehr, Wasserschutzpolizei und die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wieder mit einem Großaufgebot an das Rheinufer in Mainz-Kastel ausrücken. Eine Frau war im Fluss schwimmen gegangen und musste von den Einsatzkräften gerettet werden (wir berichteten). Das passiert immer wieder - regelmäßig gehen solche Badeausflüge im Rhein sogar tödlich aus.

„Das Wasser lockt immer mit seiner Abkühlung. Vermeintlich seichte Stellen an Rheinstränden verführen zum Schwimmen und Badespaß mitunter auch mit scheinbar sicheren Schwimmhilfen“, sagt Norbert Höfel, Vorsitzender des DLRG Kreisverbands Wiesbaden. Doch der Schein trügt: 50 Mal im Jahr werde das Team der DLRG durchschnittlich gerufen, um Personen aus dem Rhein zu retten. Der Grund: „Die Hauptgefahren sind Strudel und Söge bei Flusseinmündungen, Brückenpfeilern, Bootsanlegern und Steganlagen“, erklärt Höfel. „In unserem Bereich sind das die Mainmündung, der Kasteler Strand an der Kaiserbrücke, der Kühlwasserauslauf des Kraftwerks Mainz/Wiesbaden und die Baustelle Schiersteiner Rheinbrücke.“

„Ich vergleiche den Rhein mit einer Autobahn. Man kommt auch nicht auf die Idee, seine Freizeit auf der Autobahn zu verbringen.“

Im Wasser angekommen wird es deshalb für die Schwimmer schnell brenzlig. Sie verletzen sich, geraten in einen Sog und schaffen es nicht alleine aus dem Wasser. Dann muss das Rettungsteam der DLRG helfen - und bringt sich dabei auch selbst in Gefahr. „Die größte Gefahr für unsere Retter sind die schnelle Strömung und Strudel“, sagt Höfel. Dazu komme, dass der Rhein eine Bundesschifffahrtswasserstraße ist. „Ich vergleiche den Rhein mit einer Autobahn. Man kommt auch nicht auf die Idee, seine Freizeit auf der Autobahn zu verbringen.“

Im Mainzer Stadtgebiet ist das Baden wegen der hohen Dichte an Anlegestellen, Brücken und Häfen generell verboten: von Rheinkilometer 497, oberhalb der Winterhafen-Einmündung, bis Stromkilometer 503, etwa drei Kilometer hinter dem Zollhafen.

Wären mehr Strände sinnvoll?

Damit mehr Menschen die Gefahren ernst nehmen, klärt die DLRG sowohl in Wiesbaden als auch in Mainz unermüdlich auf. Aber auch die Feuerwehren und die Städte selbst machen immer wieder darauf aufmerksam. Doch wie könnte man die Menschen noch dazu bringen, nicht im Rhein schwimmen zu gehen? Würden mehr bewachte Strände oder Bäder am Rhein helfen?

Der Mainzer Diplom-Ingenieur Alexander Kiefer möchte beispielsweise unter dem Namen „Heilige Makrele“ ein Naturschwimmbad im Nordbecken des Mainzer Zollhafens bauen. Noch steckt das Projekt mitten in der Planung, doch es könnte in Zukunft zumindest eine alternative Anlaufstelle für Schwimmfans direkt am Rhein sein. Das sieht auch Norbert Höfel so: „Das ist bestimmt eine gute Idee aus der Sicht derer, die ihre Freizeit gerne am Rhein verbringen möchten. Es wird auch mit Sicherheit angenommen.“ Aber: „Viele Freizeit-Suchende ziehen einen bestehenden Naturstrand vor.“

„Wir als DLRG würden das Baden im Rhein als zu gefährlich einstufen und ein generelles Bade- und Schwimmverbot begrüßen.“ - Norbert Höfel

Es würde also vor allem helfen, wenn mehr dieser Strände bewacht wären. „Das kann aber keine Kommune leisten und über ehrenamtliche Retter ist die Sicherheit nicht zu gewährleisten.“ Die DLRG spricht sich deshalb komplett gegen das Schwimmen im Rhein aus: „Wir als DLRG würden das Baden im Rhein als zu gefährlich einstufen und ein generelles Bade- und Schwimmverbot begrüßen.“

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