Zum Start des neuen Ausbildungsjahres sind in Mainz noch 251 Ausbildungsplätze unbesetzt (Stand Juli). Das teilt die Pressesprecherin Petra Seifert von der Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage von Merkurist mit. Dem gegenüber stehen 190 Bewerber, die noch einen Ausbildungsplatz suchen.
Die meisten freien Stellen gibt es demnach noch im Handel, im Dienstleistungsbereich und in der öffentlichen Verwaltung. „In der Beratung macht sich der allgemeine Trend, dass sich viele auch wieder zum Beispiel für das Handwerk entscheiden, durchaus auch in Mainz bemerkbar“, so Seifert weiter.
Auswirkungen von KI in der Berufswelt?
Häufige Themen in den Gesprächen seien außerdem „sinnstiftende Arbeit und aktiver Klimaschutz beziehungsweise Nachhaltigkeit“. Viele junge Menschen würden zudem Orientierung suchen im Hinblick auf die Auswirkungen von KI in der Berufswelt.
Laut der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sind allein in Hotels, Restaurants und Gaststätten noch neun Stellen frei, in der Lebensmittelindustrie ebenfalls neun Plätze, Bäckereien bieten noch sieben Jugendlichen eine Ausbildung am Backofen oder am Verkaufstresen.
„Wer noch keine Ausbildung hat, sollte die nächsten Wochen als Startphase ins Berufsleben nutzen“, so Guido Noll, Geschäftsführer der NGG Darmstadt und Mainz. Die meisten Betriebe seien flexibel, die Ausbildung müsse nicht pünktlich am 1. August anfangen. „Auch im September und selbst im Oktober geht da oft noch was“, so Noll.
Darauf sollten Jugendliche bei der Wahl eines Ausbildungsbetriebs achten
Entscheidend sei es laut Noll, sich den Ausbildungsbetrieb genau anzusehen. „Das Geld, das ein Azubi verdient, muss passen. Dabei ist es wichtig, sich für einen Betrieb zu entscheiden, der Tariflöhne zahlt“, so der Gewerkschafter. Außerdem sollten Jugendliche darauf achten, ob es eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) gibt.
Diese Vertretung, eine Art „Jugend-Betriebsrat“, setze sich für die Interessen der jungen Mitarbeiter ein. Sie achte zum Beispiel darauf, dass der Ausbildungsrahmenplan eingehalten werde, damit Auszubildende nicht ausgenutzt würden.