Warum die Metzgerei „Zeiss“ im Mainzer Hauptbahnhof schließen musste

Nach vielen Jahren im Mainzer Hauptbahnhof muss die Metzgerei „Zeiss“ schließen. Doch was sind die Gründe für das Aus? Wir haben mit dem Geschäftsführer und der Deutschen Bahn gesprochen.

Warum die Metzgerei „Zeiss“ im Mainzer Hauptbahnhof schließen musste

Schon wieder tut sich etwas im Mainzer Hauptbahnhof: Dieses Mal trifft es die Metzgerei „Zeiss“, die sich bisher im ersten Stock befunden hatte. Wie Merkurist-Leser Jörg beobachtete, hat die Metzgerei bereits seit Samstag geschlossen.

Hannes Weber, Geschäftsführer der verantwortlichen Landlust GmbH in Bayern, bestätigt das Aus für seine Mainzer Filiale: „Der Mietvertrag war ausgelaufen und es gab eine neue Ausschreibung.“ Zwar habe man ein „modernes und zukunftsfähiges“ neues Konzept vorgelegt, doch habe sich der Vermieter, die Deutsche Bahn, dagegen entschieden, den Vertrag zu verlängern. „Bis Weihnachten waren wir noch sicher, dass wir weiter drin bleiben können - die Entscheidung gegen uns hat uns wie ein Blitz getroffen“, so Weber.

Noch ein Standort in Mainz

Auch für die Filialen in den Hauptbahnhöfen in Wiesbaden und Darmstadt kommt am nächsten Samstag das Aus - hier wurden die Verträge ebenfalls nicht verlängert. Wie Weber sagt, widerspreche das der allgemeinen Entwicklung: Deutschlandweit werde man in diesem Jahr acht neue Filialen eröffnen. Warum die Bahn nicht mehr auf die Metzgerei setzt, kann sich Weber nicht erklären. „Eine Begründung, warum wir den Zuschlag nicht erhalten haben, gab es bis heute nicht“, so der Geschäftsführer. „Es tut uns sehr leid für unsere Kunden und unsere langjährigen Mitarbeiter.“

Eine „Zeiss“-Filiale gibt es aber noch in Mainz: im Gutenberg-Center. „Und die läuft sehr gut, wir sind sehr zufrieden.“ Sollte sich eine weitere Chance in Mainz bieten, wolle man zuschlagen. „Wir sind immer auf der Suche nach neuen Standorten.“

Was die Deutsche Bahn sagt

Und was folgt auf die Metzgerei im Mainzer Hauptbahnhof? Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagt auf Merkurist-Anfrage: „Die Reisenden und Besucher der genannten Bahnhöfe können sich auf ein neues, frisches Konzept der gleichen Branche freuen. Damit bleibt der bestehende, ausgewogene Branchenmix in den Hauptbahnhöfen Wiesbaden und Mainz erhalten.“ Zu den Vergabekriterien wollte sich der Sprecher nicht äußern.

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