Streit um Hunde-Pipi an Hauswänden – was Haltern droht

Wenn Hunde an Gebäude urinieren oder Gehwege vollkoten, regen sich viele auf. Doch wie ist die rechtliche Situation, was droht den Hundehaltern, wenn sie nicht die Notdurft ihrer Tiere beseitigen? Und was könnte gegen Hunde-Urin helfen?

Streit um Hunde-Pipi an Hauswänden – was Haltern droht

Maria ist genervt – und zwar von Hunden, die gegen Kellerfenster, Türen und Haussockel pinkeln, so dass diese „ruiniert“ werden. In ihrem Snip fragt die Leserin nun, ob man das einfach hinnehmen muss oder etwas dagegen tun kann. Unter den anderen Merkurist-Lesern entbrennt sofort eine emotionale Diskussion rund um das Thema.

So kommentiert Michael: „Wer sich entscheidet, in der Stadt zu leben, sollte keine Hunde halten dürfen. Wer Hunde hat, sollte in Feld, Wald und Wiese unterwegs sein, aber definitiv nicht im Stadtbereich.“ Martin meint zu den Ausscheidungen von Hunden: „Der Hundeführer verantwortet dies. Und wenn er nicht die Verantwortung für seinen Hund übernimmt, ist er nicht in der Lage, einen Hund zu führen.“ Und Leser Stefan kommentiert:

Rechtliche Situation

Ein teilweise noch größeres Problem als Hunde-Urin ist der Kot der Tiere. Immer wieder treten Menschen auf Wiesen oder sogar Gehsteigen in Hundehaufen. Dabei hätten die Hundebesitzer die Pflicht zur Beseitigung der Hinterlassenschaften ihres Tiers, sagt der Mainzer Rechtsanwalt Andreas Ackenheil (Buch: „Der große Tierrechtsratgeber“). Viele kommunale Satzungen sähen entsprechende Pflichten auf Straßen, öffentlichen Flächen wie Parks, Sportflächen und Kinderspielplätzen vor, die bei Nichtbeachtung mit Bußgeldern teilweise im bis zu vierstelligen Eurobereich geahndet werden könnten.

In Mainz scheint es aber eher weniger Probleme mit Hundehaltern zu geben, die ihre Tiere an Hauswände urinieren oder einfach auf Gehwege koten lassen, ohne den Haufen dann wegzumachen. Zumindest melden sich keine Hausbesitzer beim Ordnungsamt, die von der Stadt fordern, es sollte mehr kontrolliert werden. Zudem seien in den letzten Jahren auch keine Strafen gegen Hundebesitzer in diesem Zusammenhang ausgesprochen worden, erklärt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr auf Anfrage.

Doch wer ist dann letztlich für die Beseitigung der tierischen Hinterlassenschaften verantwortlich, wenn das Häufchen auf einem Gehweg vor einem Haus oder auf der Straße vom Hundehalter nicht entfernt wurde? Wie Rechtsanwalt Andreas Ackenheil erklärt, obliege die Straßenreinigungspflicht grundsätzlich der Gemeinde, daher sei sie für die Beseitigung auf öffentlichen Wegen zuständig. So werden die Ausscheidungen von Hunden in Mainz dann auch vom Entsorgungsbetrieb der Stadt entfernt, wie Stadtsprecher Peterhanwahr sagt. „Hundekot wird im Rahmen der satzungsgemäßen Straßenreinigung beseitigt und stellt keinen gesonderten Aufwand dar.“ Eine Statistik, wie viel Geld die Stadt pro Jahr für diese Beseitigung ausgibt, gebe es somit nicht.


Auch eine Statistik, wie viele Tonnen Kot und Urin die Mainzer Hunde pro Jahr produzieren, gibt es nicht. Einen grundlegenden Einblick über die „Ökobilanz“ eines mittelgroßen Hundes gibt dafür das Wissensmagazin „Scinexx“. Demnach produziert ein Hund in seinem Leben eine Tonne Kot, 2000 Liter Urin und 8,2 Tonnen Kohlendioxid. Damit erzeuge der „beste Freund“ des Menschen bis zu seinem Tod „ähnlich viele Treibhausgase wie 72.800 mit dem Auto gefahrene Kilometer“, so das Wissensmagazin.

Speziallack als Lösung?

Doch was hilft nun wirklich gegen Hunde, die an Hauswände urinieren? Im besten Falle sollte verhindert werden, dass Hundehalter überhaupt zulassen, dass sich ihre Tiere an diesen Objekten erleichtern. Sollte das nicht klappen, könnten es Hausbesitzer mit einem Speziallack versuchen, der urinabweisend ist. Dieser wurde von der Stadt Mainz bereits vor fünf Jahren an einigen städtischen Gebäuden angebracht, um sogenannte Wildpinkler abzuschrecken. Motto damals: „Mainz pinkelt zurück“.

Der Urinstrahl soll dabei im selben Winkel, in dem er auf die mit dem Speziallack versehene Hauswand trifft, zurückspritzen. Wie Stadtsprecher Peterhanwahr sagt, hätten in den vergangenen Jahren einige Privatpersonen nach dem Verfahren gefragt. Diesen sei dann die Firmenanschrift des Spezialunternehmens übermittelt worden. Ob es sich dabei letztlich auch um Hausbesitzer handelte, die ihre Hauswand vor pinkelnden Hunden schützen wollen, ist nicht bekannt.

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