Hitze-Albtraum in Mainz: Feuerwehr und Katastrophenschutz im Dauereinsatz

Ein extremer Hitzesonntag hat die Mainzer Feuerwehr stark gefordert. Die Zahl der Einsätze verdreifachte sich, Notaufnahmen mussten entlastet und sogar ein Waldbrand bekämpft werden.

Hitze-Albtraum in Mainz: Feuerwehr und Katastrophenschutz im Dauereinsatz

Der Sonntag hat die Mainzer Feuerwehr, die Führungsdienste und den Katastrophenschutz an ihre Grenzen gebracht. Hohe Temperaturen sorgten für zahlreiche parallele Einsätze, wie die Feuerwehr Mainz in einer Bilanz am Montag mitteilt.

Allein im Mainzer Stadtgebiet mussten die Einsatzkräfte am Sonntag 45 Einsätze bewältigen – mehr als dreimal so viele wie an einem durchschnittlichen Tag. Im gesamten Leitstellenbereich wurden rund 100 Feuerwehreinsätze alarmiert. Auch das Notrufaufkommen war enorm: Zwischen 7 und 19 Uhr registrierte die Leitstelle 2.528 Notrufe, üblich sind in diesem Zeitraum etwa 1.600.

Ein Einsatzschwerpunkt war ein Waldbrand im Kreis Bad Kreuznach, bei dem rund 50 Einsatzkräfte aus Mainz in der Nacht unterstützten (wir berichteten). Gleichzeitig wurden vom Standort der Berufsfeuerwehr aus Kräfte und Mittel für den Brand koordiniert, wofür auch dienstfreie Disponenten alarmiert wurden. „Solche Tage zeigen, dass Feuerwehr und Katastrophenschutz weit mehr leisten als den sichtbaren Einsatz vor Ort. Hinter größeren Lagen stehen Führungsarbeit, Leitstelle, Logistik und Versorgung“, erklärt Amtsleiter Stefan Behrendt. „Bei großer Hitze kommt eine enorme körperliche Belastung für die Einsatzkräfte hinzu.“

Hilfe für überlastete Krankenhäuser

Wegen der Hitze wurde der Brand- und Katastrophenschutz auch zur Unterstützung der medizinischen Versorgung eingebunden, um Belastungsspitzen abzufedern. So kam es in einigen Mainzer Krankenhäusern zu stark erhöhten Raumtemperaturen. Die Feuerwehr stellte kurzfristig Lüfter bereit und wurde dabei von der Feuerwehr Ingelheim unterstützt.

Zusätzlich wurden Einheiten des medizinischen Bevölkerungsschutzes alarmiert. Vereinzelt kamen auch Notfallsanitäter der Berufsfeuerwehr mit Feuerwehrfahrzeugen zum Einsatz, um bei lebensbedrohlichen Notfällen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Vorsorglich wurde gemeinsam mit Vertretern von Rettungsdienst, Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Nino Haase die Einrichtung einer klimatisierten Halle als Behandlungsstelle geplant, um Notaufnahmen zu entlasten. Diese Maßnahme musste jedoch nicht umgesetzt werden.

Appell an die Bevölkerung

Die Einsatzlage beschäftigte die Kräfte auch am Montag noch: Eine Versorgungseinheit aus dem Landkreis Alzey-Worms machte sich auf den Weg, um rund 250 Einsatzkräfte beim Waldbrand im Kreis Bad Kreuznach zu versorgen. Ein besonderer Dank der Feuerwehr gilt den Veranstaltern eines Spendenlaufs an der Mewa Arena, die Getränke und Energieriegel spendeten.

Die Feuerwehr appelliert an die Bevölkerung, bei Hitze körperliche Anstrengungen zu vermeiden, ausreichend zu trinken und auf gefährdete Menschen zu achten. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass solche Lagen häufiger und intensiver auftreten können“, so Amtsleiter Behrendt. „Umso wichtiger ist es, dafür die erforderlichen Ressourcen vorzuhalten.“