Wegen „Open Ohr“-Festival: Stadt Mainz nimmt Tötung von Vögeln in Kauf

Nach dem „Open Ohr Festival“ in Mainz fragt die CDU nach Schäden. Die Antwort der Stadt zeigt: Die Grünflächen sind intakt, doch für das Event wird sogar die Tötung von Jungvögeln in Kauf genommen.

Wegen „Open Ohr“-Festival: Stadt Mainz nimmt Tötung von Vögeln in Kauf

Das Mainzer „Open Ohr Festival“ ist kaum vorbei, da erkundigt sich die CDU-Stadtratsfraktion nach dem Zustand des Festivalgeländes. In einer offiziellen Anfrage wollte die Fraktion wissen, welche Auswirkungen die Veranstaltung an Pfingsten auf die Grünflächen und die Tierwelt auf der Zitadelle hatte. Die Antwort der Stadtverwaltung offenbart dabei ein brisantes Detail.

Zunächst die gute Nachricht: Laut einer ersten Begutachtung des Grün- und Umweltamts sind die Flächen auf der Zitadelle und dem als Zeltplatz genutzten Drususwall in einem guten Zustand. Es seien keine Schäden oder Beeinträchtigungen festgestellt worden, die über die normale Nutzung hinausgehen. Auch gebe es somit keine Einschränkungen für die Öffentlichkeit. Wiederherstellungsmaßnahmen seien daher nicht notwendig.

Genehmigung für „unvermeidbare Tötung“ von Jungvögeln

Deutlich kritischer fällt die Bilanz bei den ökologischen Auswirkungen aus. Da das Festival mitten in der Brut- und Nistzeit stattfindet, wurden die Folgen für die Vogelwelt bereits in den vergangenen Jahren untersucht. Die Stadtverwaltung räumt in ihrer Antwort ein, dass es dabei teils zur Verlagerung von Brutplätzen und sogar zu Brutabbrüchen kam.

Aufgrund dieser Störungen erteilt die Obere Naturschutzbehörde dem Veranstalter, dem Amt für Jugend und Familie, eine offizielle Ausnahmegenehmigung. Diese gestattet die „unvermeidbare Tötung von Embryonen und Nestlingen von Singvögeln“. Begründet wird dieser drastische Schritt mit der überregionalen Bedeutung des traditionellen Festivals. Andere negative Auswirkungen auf die Natur seien bisher nicht dokumentiert worden, so die Stadt weiter.

Schutzmaßnahmen für die Natur

Um die Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten, hat der Veranstalter nach eigenen Angaben eine Reihe von Schutzmaßnahmen ergriffen. So wurden besonders schützenswerte Bereiche wie der Zitadellengraben, Teile des Mauerrundwegs sowie Neuanpflanzungen und naturschutzfachlich wertvolle Flächen für die Besucher abgesperrt.

Die Festivalgäste durften sich nur auf den Rasenflächen vor den Bühnen und den dazugehörigen Wegen aufhalten. Zudem habe man die Besucher durch Hinweise im Programmheft und vor Ort für das Thema sensibilisiert, um die Biodiversität auf dem Gelände zu schützen.