Mehrere Gastronomen in der Mainzer Jakobsbergstraße sind verärgert über eine große Baustelle, die ihr Sommergeschäft einschränkt. Die Inhaber des Weinhauses Lösch, Rodrigo Costa und Dr. Priscila Ferrari Peron Costa, haben sich deshalb an Merkurist gewandt.
Seit Kurzem stehen in der Fußgängerzone ein Gerüst und ein Lkw-Kran, die den Betrieben die Sicht nehmen und die Außenterrassen blockieren. „Katastrophe“, fasst Rodrigo Costa die Situation zusammen. Er befürchtet ausbleibende Kundschaft, da Gäste nicht auf einen Kran schauen wollten. Nur ein kleiner Durchgang sei frei. Auch das benachbarte Restaurant Bachus sowie ein Käseladen seien betroffen.
Besonders ärgerlich für die Wirte: Sie seien vorab nicht über die Baumaßnahme informiert worden. Die Einschränkungen treffen sie mitten in der Sommersaison. Ein geplantes Public Viewing zur Fußball-Weltmeisterschaft, für das bereits GEMA-Gebühren bezahlt wurden, sei nun „vorbei“, so Costa. Dadurch entstehe ein erheblicher wirtschaftlicher Nachteil.
Die Gastronomen fühlen sich von den Behörden allein gelassen. Nach eigenen Angaben wurden sie vom Ordnungsamt an das Bauamt verwiesen, wo man ihnen eine Antwort erst in etwa vier Wochen in Aussicht stellte.
Stadt: Sanierung war unaufschiebbar
Auf Anfrage teilt die Stadt Mainz mit, dass die Baustelle vom 8. Juni bis zum 27. Juli genehmigt sei. Grund sei das Dach eines Nachbargebäudes, das „erhebliche Mängel“ aufgewiesen habe. Es habe „Gefahr in Verzug“ bestanden, weshalb schnell gehandelt werden musste. In diesem Zuge werde das gesamte Dach auch energetisch saniert.
Laut Stadt sei eine Durchgangsmöglichkeit von zwei Metern Breite weiterhin gegeben. Die unmittelbar betroffenen Anlieger seien vom Eigentümer des Gebäudes persönlich informiert worden. Die Bauzeit solle auf das nötigste Maß begrenzt werden. Wegen der aktuellen Hitze könne sich die Fertigstellung jedoch verzögern, da die Dachdecker ihre Arbeit früher beenden müssen.