West-Nil-Fieber: Breiten sich exotische Stechmücken-Viren auch bei uns aus?

Im Osten und in Bayern sind Fälle des West-Nil-Fiebers aufgetreten. Können sich exotische Viren und Stechmücken auch in der Rhein-Region verbreiten?

West-Nil-Fieber: Breiten sich exotische Stechmücken-Viren auch bei uns aus?

In einigen Teilen Deutschlands breiten sich zunehmend exotische Arten und Viren aus, darunter etwa der Erreger des West-Nil-Fiebers. Dieser kann sogar von heimischen Steckmücken übertragen werden und kommt bisher vor allem im Osten sowie in Bayern vor. „Die Culex-Arten, die dieses Virus übertragen, kommen auch bei uns am Oberrhein vor“, erklärt Xenia Augsten von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS). Übertragen werde das Virus vor allem zwischen Wildvögeln.

Am Oberrhein sei laut Augsten jedoch noch kein solcher Fall aufgetreten. Culex-Arten können auch das Usutu-Virus übertragen, deren Hauptwirte ebenfalls Wildvögel sind. Vor einigen Jahren etwa erkrankten zahlreiche Amseln an dem Virus. Die Übertragung auf den Menschen erfolge jedoch selten und sei eher zufällig.

Tigermücke am Oberrhein

Bedrohlich kann zudem die Zunahme von exotischen Arten werden, etwa der Asiatischen Tigermücke. Sie gilt als Überträger des Dengue-, Chikungunya- und Zika-Virus und fühlt sich am Oberrhein zunehmend heimisch. Erkennen kann man sie gut an ihren auffälligen schwarz-und silberweiß gestreiften Hinterbeinen.

Doch auch von ihnen gebe es in der Region bisher nur eine bekannte Population: in der Region um Oestrich-Winkel. „Die Asiatische Tigermücke ist sehr flugfaul und verbreitet sich aktiv maximal nur wenige 100 Meter pro Jahr“, erklärt Augsten. Um sich weiter ausbreiten zu können, brauche sie den Menschen als Transporteur via Lkw, Pkw, Schiff oder Zug. Sollten also weitere Populationen auftreten, könnten sie auch aus anderen Regionen kommen. „Durch unsere Bekämpfungsmaßnahmen ist die Populationsdichte der Tigermücke im betroffenen Gebiet in Oestrich-Winkel zudem sehr niedrig. Das senkt zusätzlich die Wahrscheinlichkeit, dass eine Tigermücke mit ins Auto fliegt.“

Wie sich die heimische Stechmückenpopulation in diesem Jahr voraussichtlich entwickelt, erfahrt ihr hier.

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