Mainzer Autofahrer fährt auf Klima-Kleber los

Zu Beginn der neuesten Aktion der „Letzten Generation“ kam es zu einer brenzligen Gegenreaktion. Was Polizei und Aktivisten dazu sagen, erfahrt ihr hier.

Mainzer Autofahrer fährt auf Klima-Kleber los

Es war neben Beschimpfungen die wohl extremste Reaktion auf die jüngste Mainzer Klima-Kleber-Blockade: Als Mitglieder der „Letzten Generation“ am Montagmorgen (9. Januar) den Verkehr auf der Alicenbrücke zum Erliegen brachten, bedrängte ein Mann zwei Aktivistinnen mit seinem Auto. Merkurist war vor Ort und hat die Situation miterlebt.

Der Unmut der angehaltenen Autofahrer war groß und wurde mehrmals lautstark kundgetan. Der Autofahrer, der direkt vor den Protestierenden auf der mittleren Spur anhalten musste, beschwerte sich zunächst ebenfalls. Doch dabei blieb es nicht: Als zwei Aktivistinnen sich bereits vor sein Auto gesetzt hatten, fuhr der Mann schlagartig noch einmal an. Offenbar war es sein Ziel, die beiden Aktivistinnen von der Straße zu vertreiben.

Bei seinem Manöver kam er den beiden Frauen mit seinem Auto so nah, dass sie im Sitzen mit den Oberkörpern zurückwichen. Wie die Fotos zeigen, befand sich eine Decke, die die Aktivistinnen vor sich ausgebreitet hatten, bereits unterhalb der Fahrzeugfront, auch die Füße der Aktivistinnen könnten darunter geraten sein. Der Mann musste abrupt bremsen, um die Frauen nicht wirklich zu verletzen.

Rechtliche Konsequenzen hat der Mann bisher offenbar nicht zu befürchten. Wie Polizei-Sprecher Matthias Bockius noch vor Ort gegenüber Merkurist kommentierte, bräuchte es dafür eine Anzeige, die seines Wissens nicht erstattet wurde. Ohne sie bewerte die Polizei das Manöver nicht als Straftat, solange keine Person berührt worden sei. Die Polizei war zum Zeitpunkt des Vorfalls noch nicht auf der Alicenbrücke.

Merkurist hat bei Wiebke Kött, Sprecherin der „Letzten Generation“, nachgefragt, wie die Situation von den Aktivistinnen selbst wahrgenommen wurde. Ihr zufolge sei die Aktion friedlich verlaufen und es werde höchstwahrscheinlich kein Nachspiel geben. Die Aktivisten könnten den Ärger der Menschen verstehen, schließlich werden diese aufgehalten. Sie seien einfach nur froh, dass ihre Friedlichkeit die Situation deeskaliert habe und der Mann schließlich tatsächlich angehalten habe. Insgesamt sei die Protestaktion auf der Alicenbrücke ein Erfolg gewesen, so Kött.

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