Warum die Metzgerei Luckas geschlossen hat

Seit Montag ist die Metzgerei Luckas in der Augustinerstraße offiziell geschlossen - dauerhaft. Inhaber Christian Luckas ist traurig, auch wenn er sich bewusst für die Schließung entschieden hat. Über die Gründe hat er mit Merkurist gesprochen.

Warum die Metzgerei Luckas geschlossen hat

Vor fünf Jahren eröffnete die Metzgerei Luckas in der Augustinerstraße. Nun ist aber Schluss: Seit dem 22. Juni ist die Metzgerei offiziell geschlossen. Doch was waren die Gründe für die Schließung des Familienbetriebs?

Die Corona-Krise war nicht schuld

Christian Luckas hat seine Metzgerei in der Mainzer Altstadt im Jahr 2015 eröffnet. Jetzt ist sein Pachtvertrag ausgelaufen. Die Corona-Krise ist nicht schuld - die Entscheidung fiel schon vor der Pandemie: „Wir haben uns entschlossen, die Filiale nicht weiter zu führen“, erzählt der Inhaber. Ein Grund dafür ist viel mehr der Standort seiner Metzgerei. „Anfangs war die Augustinerstraße so belebt, dass man bei der Anlieferung kaum beziehungsweise nur sehr langsam bis zum Geschäft vorfahren konnte. Mittlerweile kann man in der Regel ungehindert anfahren.“

Er hat beobachtet, wie die Passantenzahlen in den letzten Jahren zurückgingen. Seine Beobachtung belege auch ein Passantenfrequenzreport 2019, in dem Mainz im hintersten Drittel der abgefragten Städte gelegen habe, so Luckas (wir berichteten). Zudem habe sich die Umwidmung von Parkplätzen im Hopfengarten in Grün- und Verweilflächen für die Geschäfte negativ ausgewirkt. „Das ist generell in Innenstädten zwar zu befürworten, in dem Fall bedeutete es aber weniger Kundschaft. Die horrenden Mieten in der Altstadt müssen ja auch irgendwie gezahlt werden“, erzählt er.

Wie geht es jetzt weiter?

Ein neues Geschäft in der Mainzer Innenstadt wird es erstmal nicht geben. Ein Grund dafür ist die hohe Auslastung durch das Catering-Angebot. Aber auch die Anforderungen spielten bei der Entscheidung eine Rolle: „Die ganzen Vorgaben aus der Politik schrecken einen eher ab, einen Betrieb zu eröffnen oder zu übernehmen. Ich kann das mittlerweile nur zu gut verstehen. Es werden Vorschriften am Schreibtisch erlassen und wir müssen uns damit herumplagen, wie wir das umsetzen und welche Folgen das unter Umständen hat.“ Er wünscht sich, dass die Interessen und die Erfahrung miteingebunden werden.

Wie es mit der Ladenfläche ehemaligen Metzgerei jetzt weitergeht, kann Christian Luckas nicht sagen. Über den Nachmieter ist noch nichts bekannt. „Nach aktuellem Informationsstand dürfte jedoch das Thema ‘Metzgerei’ leider vom Tisch sein“, sagt Luckas. Seine Mitarbeiterinnen konnten bei Mitbewerbern einen neuen Arbeitsplatz finden. Zwei Verkäuferinnen arbeiten weiter in seiner Filiale in Heidesheim.

Von seinen Kunden hat er sich schon vor einigen Tagen mit einem Facebook-Post verabschiedet: „Unser besonderer Dank gilt all unseren treuen Kunden, die uns in den letzten fünf Jahren durch ihren Einkauf in unserem Fachgeschäft unterstützt haben. In Zeiten, in denen man im Supermarkt und Discounter alle Einkäufe bequem unter einem Dach erledigen kann, wissen wir das um so mehr zu schätzen!“ (df)

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