Baustelle in der Altstadt verärgert Ladenbesitzer und Gastronomen

Eine plötzlich eingerichtete Baustelle in der Augustinerstraße sorgte bei einigen Mainzern in dieser Woche für Ärger. Doch es gibt ein Happy End.

Baustelle in der Altstadt verärgert Ladenbesitzer und Gastronomen

Eine Baustelle direkt vor dem Geschäft - gerade in der Corona-Krise ist das für Ladenbesitzer ein großes Problem. Wenn die Baustelle dann noch ohne Vorwarnung aufgebaut wird, sorgt das für Ärger. So ging es einigen Ladenbesitzern und Gastronomen in der Augustinerstraße: Seit Anfang dieser Woche gibt es hier eine Baustelle, Bagger und Baustellenfahrzeuge stehen in der Straße. Über diese unangekündigte Baustelle haben die Ladenbesitzer sich beschwert - und damit auch etwas erreicht.

„Wir wussten nicht Bescheid. Wir kämpfen alle noch mit der Corona-Krise und den Umsatzeinbußen, da ist so etwas für uns der Horror“, erzählt Miriam Marx, die Inhaberin von „The Statement Thing“. Sie wurde, wie alle anderen Ladenbesitzer und Gastronomen rund um die Baustelle, am Montag davon überrascht: „Wir haben dann auch unsere Vermieter und die Hausverwaltung gefragt, aber keiner wusste Bescheid.“ Für sie und die anderen waren die vergangenen Tage wegen der Baustelle schwierig. „Der Geräuschpegel war sehr hoch, die Kunden haben sich teilweise beschwert. Und wegen des Baggers war mein Laden fast nicht zu sehen“, sagt Marx. Das Gute: In der Straße halten alle zusammen, sagt sie.

Gemeinsam etwas erreichen

Schnell haben sie sich bei dem Mainzer Netze GmbH gemeldet und ihr Anliegen erklärt. Doch warum wurden sie vorher nicht informiert, wie es sonst üblich ist? Auf Merkurist-Anfrage erklärt der Pressesprecher der Mainzer Netze dazu: „Normalerweise werden bei Hausanschlüssen nur die Eigentümer des Hauses über den genauen Zeitpunkt der Maßnahme informiert. Diese informieren dann die Bewohner oder Mieter des Gebäudes.“ Im Fall dieser Baustelle räumt er allerdings einen Fehler bei der Information der Ladenbesitzer ein. „Da es sich bei der Augustinerstraße lediglich um einen neuen Hausanschluss handelte, der sich jedoch zugegebenermaßen auch auf einige Nachbarn ausgewirkt hat, hätte man diese Nachbarn vorab mitinformieren sollen. Das wurde falsch eingeschätzt, dafür müssen wir uns entschuldigen.“

Freude bei den Ladenbesitzern

Aber die Anliegen der Ladenbesitzer werden ernst genommen. Es tut sich etwas. „Wir haben auf die Anregungen der Nachbarn schnell reagiert: Am Freitag ist die Baustelle wieder verfüllt worden und die von uns beauftragte Tiefbaufirma hat sich bereit erklärt, für das Wochenende eine provisorische Baustellenabdeckung vorzunehmen, damit die betroffenen Geschäfte und Restaurants ihre Gäste übers Wochenende draußen bewirten können beziehungsweise die Auslagen aufgestellt und die Schaufenster von Passanten besser gesehen werden können“, erklärt der Presseprecher. Zudem verzichte man jetzt darauf, einen Hausanschluss gegenüber der jetzigen Baustelle zu erneuern Dies werde man zu einem späteren Zeitpunkt durchführen.„Nach der provisorischen Abdichtung der Baustelle übers Wochenende wird dieses Provisorium am Montag wieder entfernt und dann erfolgen vermutlich bis Mitte nächster Woche die abschließenden Pflasterarbeiten“, sagt der Pressesprecher.

Über die Nachricht, dass die Baustelle erstmal wieder geschlossen wird, hat sich Miriam Marx am Freitagmorgen sehr gefreut: Sie ist heilfroh, dass die Baustelle in der nächsten Woche wieder weg sein wird. Trotz der Anstrengungen und den Einbußen in dieser Woche ist Marx positiv gestimmt: „Es war eine anstrengende Woche, aber es ist toll zu sehen, dass man etwas erreichen kann.“ (df)

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