Wie es mit dem „Schandfleck“ in der Altstadt weitergehen soll

Seit Jahren ist das Haus in der Augustinerstraße 22 eingerüstet, kaputte Fenster und eine bröckelnde Fassade stören Anwohner und Passanten. Doch nun könnte es laut Eigentümer endlich vorangehen.

Wie es mit dem „Schandfleck“ in der Altstadt weitergehen soll

Beschädigte Fenster, bröckelnde Fassade und ein großes Baugerüst: Seit Jahren tut sich nichts am „Schandfleck“ in der Augustinerstraße 22. Viele Fußgänger und Nachbaren stören sich an der unschönen Fassade und finden, dass das verfallende Haus samt Baugerüst die Mainzer Augustinerstraße verschandelt. Doch wie geht es nun weiter?

Im Mai 2017 berichtete Merkurist zuletzt über das verfallende Gebäude. Damals hatte Eigentümer Frank Reichwein erklärt, der Arbeitsstillstand liege an den Auflagen der Stadt Mainz. „Sobald das Bauamt die Arbeiten freigibt, geht es los“, sagte der Geschäftsführer des Eigentümers Rhein Main Invest gegenüber Merkurist. Weil zu lange nicht gearbeitet worden war, war die Baugenehmigung abgelaufen.

Wenig später meldete sich die SPD-Stadtratsfraktion zu Wort und widersprach Reichwein deutlich. „Die öffentlichen Äußerungen des Eigentümers, wonach die erneute Verzögerung nicht durch ihn verursacht sei, sondern am Bauamt hänge, entspricht nicht den Tatsachen“, so Fraktionsmitglied Nora Egler damals.

Anwohner und Ladenbesitzer genervt

Für Apotheker Nils Mayer ist das verfallene Gebäude direkt gegenüber seiner Adler-Apotheke nur schwer hinnehmbar. Er sagt: „Es tut sich einfach nichts.“ Einmal pro Woche kämen Kunden in seine Apotheke und würden ihn auf das verfallene Haus gegenüber ansprechen. „Manche fragen, ob ich wüsste, was dort hineinkommt. Andere wollen sich einfach nur über das hässliche Baugerüst aufregen.“ Mayer und einige benachbarte Geschäftsinhaber würden das Gerüst gerne wenigstens mit lustigen Sprüchen oder Bildern bekleben: „Dann würde es nicht so hässlich aussehen.“ Doch das wurde ihnen nicht gestattet.

Mayer stört sich nicht nur am hässlichen Gerüst und der zerfallenen Fassade, er befürchtet sogar Schlimmeres. Bereits vor einigen Jahren war die Fassade des Gebäudes plötzlich abgesackt. Im Keller war dann versucht worden, das Haus zu stabilisieren. Immer wieder würde Teile der Fassade bröckeln und auf den Gehweg fallen. „Ich hoffe wirklich, dass die Fassade nicht irgendwann auf meiner Apotheke landet“, sagt Mayer.

Das sagt der Eigentümer

Nun, Ende August 2018, sagt Eigentümer Reichwein: „In Kürze werden die Bauarbeiten starten.“ Die neue Baugenehmigung sei so gut wie erteilt. Noch in diesem Jahr sollen die „wesentlichen Arbeiten“ beginnen - also die Sanierung der Außenfassade. Einen Zeitplan, bis wann das Baugerüst in der Augustinerstraße verschwindet, kann Reichwein aber nicht benennen.

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