Was passiert mit dem Schandfleck in der Mainzer Altstadt?

Seit Jahren ist das Haus in der Augustinerstraße 22 eingerüstet. Kaputte Fenster und eine bröckelnde Fassade stören Anwohner und Passanten.

Was passiert mit dem Schandfleck in der Mainzer Altstadt?

Die Augustinerstraße im Herzen der Mainzer Altstadt ist eigentlich eine Attraktion für Touristen. Die Straße ist geprägt von Gastronomien, Boutiquen und Fachwerkhäusern. Doch ein Haus fällt dabei komplett aus der Reihe. Das Gebäude mit der Hausnummer 22 ist in den Augen vieler Mainzer ein echter Schandfleck. Eine riesige Plane, hinter der sich ein Baugerüst befindet, ist schon von Weitem erkennbar.

Direkt vor dem denkmalgeschützten Haus befindet sich noch ein trister Bretterverschlag, der Unbefugte am Zutritt hindern soll. Noch im August 2018 sagte der Eigentümer des Gebäudes gegenüber Merkurist, dass die Bauarbeiten in Kürze starten würden. Die neue Baugenehmigung sei so gut wie erteilt. Viele bezweifeln jedoch, dass sich seitdem etwas getan hat.

„Zwangsmittel vollstreckt“

Nun aber gibt es Neuigkeiten: Unbemerkt von der Öffentlichkeit hat sich inzwischen doch etwas vor Ort getan, wie die Stadt Mainz bekanntgibt. „Auch wenn von außen nur schwerlich Änderungen erkennbar sind, so wurden seitens des Bauamtes diverse Maßnahmen veranlasst“, erklärt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr auf Anfrage. Hierzu gehörten die Notdeckung des Daches, die Beseitigung von losen Putzteilen sowie weitere Maßnahmen zur Sicherung des Gebäudes.

Dabei scheint es auch Probleme mit dem Eigentümer des Hauses gegeben zu haben. Denn: „Diese Maßnahmen wurden zum Teil auch unter Anwendung von Zwangsmitteln nach dem Verwaltungsvollstreckungsgesetz durchgesetzt“, so Peterhanwahr. Weitere Details könnten jedoch aus Gründen des Datenschutzes nicht mitgeteilt werden. Ziel dieser Maßnahmen sei der Erhalt des Kulturdenkmals. Ein weiterer Verfall der Substanz solle dadurch verhindert werden.

Zudem müsse die Standsicherheit des Gebäudes gewährleistet und eine Gefährdung von Dritten, zum Beispiel von Passanten, ausgeschlossen werden, erklärt Peterhanwahr. Dass die Mainzer mit dem Zustand des Hauses in der Augustinerstraße nicht zufrieden sind, kann der Stadtsprecher bestätigen. „Aufgrund des Erscheinungsbildes des Gebäudes kann durchaus gesagt werden, dass dieses für Unmut im unmittelbaren und weiteren Umfeld sorgt.“

Wie nun der Eigentümer des denkmalgeschützten Gebäudes die neusten Entwicklungen bewertet, bleibt offen. Eine Anfrage an ihn lässt er seit Wochen unbeantwortet.

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