Mainzer Politiker setzt sich gegen Xavier-Naidoo-Konzert ein

Mit einem Video sorgte Sänger Xavier Naidoo vor einigen Wochen für Aufsehen. Doch das war nicht das erste Mal, dass er wegen seiner Ansichten in die Kritik geriet. Ein Politiker möchte verhindern, dass der Sänger in Mainz auftritt.

Mainzer Politiker setzt sich gegen Xavier-Naidoo-Konzert ein

Er ist wohl zurzeit der umstrittenste Sänger des Landes: Xavier Naidoo. Nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie sorgt er mit Verschwörungstheorien für Aufsehen. Sogar vor Reichsbürgern trat er in der Vergangenheit öffentlich auf. Im Juli sollte er bei „Summer in the City“ im Volkspark auftreten: Das Konzert wurde allerdings, wie alle Großveranstaltungen, wegen den Corona-Maßnahmen abgesagt. Ein neuer Termin steht bislang noch nicht fest.

Doch alleine die Tatsache, dass das Konzert im nächsten Jahr nachgeholt werden könnte, ist für den Mainzer Politiker Daniel Köbler (Grüne) Grund genug, etwas zu unternehmen: Am Mittwoch hat er die Petition „Kein Naidoo-Konzert in Mainz!“ gestartet. „Bereits im vergangenen Jahr, als bekannt wurde, dass Naidoo auftreten soll, habe ich die Verantwortlichen angeschrieben. Das war gerade die Zeit nach dem antisemitischen Attentat in Halle. In der Vergangenheit war Naidoo durch seine Texte und Äußerungen aufgefallen“, erklärt Köbler.

In der Zwischenzeit ist Sänger Xavier Naidoo noch weiter in den Fokus der Medien gerückt. Im Internet war ein Video des Sängers aufgetaucht, in dem er unter anderem Gefahren besingt, die angeblich von Flüchtlingen ausgingen. Daraufhin schloss ihn RTL aus der DSDS-Jury aus. Der Sender stellte in einer Mitteilung klar: „RTL distanziert sich in aller Form von den rassistischen Äußerungen und zieht jetzt die endgültige Konsequenz daraus.“ Eine Rückkehr schloss der Sender aus. Doch auch während der Corona-Krise fiel Naidoo immer wieder durch seine Äußerungen auf.

Konzertabsage

Genau wegen dieser Corona-Krise wurde auch das Mainzer Konzert des Sängers abgesagt. (wir berichteten). Köbler hatte am Mittwoch in der „Allgemeinen Zeitung“ gelesen, dass der Veranstalter Mainzplus Citymarketing noch mit Naidoos Konzertagentur verhandele. „Demnach sei ein Nachholtermin nicht ausgeschlossen. Deshalb wollte ich mein Anliegen wiederholen und habe mich für diese Art entschieden, um einen Aufruf zu starten“, erklärt Köbler. Der Veranstalter Mainzplus Citymarketing erklärt dazu auf Merkurist-Anfrage: „Corona-bedingt mussten alle Konzerte der Open Air-Reihe ‘Summer in the City’ 2020 abgesagt werden - somit auch das Konzert von Xavier Naidoo. Bei allen betroffenen Konzerten stehen wir mit den Künstlermanagements im Austausch, um eine Verlegung beziehungsweise Absage zu diskutieren“.

Auch bezüglich des Xavier Naidoo-Konzerts stehe man mit dem Künstlermanagement im Austausch, um alle möglichen Szenarien und Alternativen zu diskutieren. Aktuell stehe noch nicht fest, ob es im kommenden Jahr einen Nachholtermin in Mainz geben wird, so der Veranstalter. „Unabhängig von unserer persönlichen Meinung gibt es einen bestehenden und geltenden Vertrag zwischen dem örtlichen Veranstalter (Mainzplus Citymarketing) und der Künstleragentur von Xavier Naidoo“, so Philipp Meier von Mainzplus Citymarketing. „Grundsätzlich: Wir möchten und werden nicht vertragsbrüchig werden. Gleichzeitig diskutieren wir mit dem Künstlermanagement über etwaige Alternativszenarien“, so Meier. Zuletzt war auch eine Konzert-Verlegung nach Wiesbaden im Gespräch (wir berichteten).

Die Veranstalter gehen davon aus, dass man in den kommenden Wochen ein Ergebnis der Rücksprachen mit dem Künstlermanagement veröffentlichen könne. Daniel Köbler hofft darauf, dass es keinen weiteren Termin gibt: „Ich würde mich freuen, wenn wir erreichen können, dass das Konzert wirklich nicht stattfindet. Ich glaube nämlich nicht, dass wir so etwas in Mainz wollen.“ Abgesehen davon, dass er auf das Thema aufmerksam machen möchte, will er auch anderen Mainzern, die gegen das Konzert sind, die Gelegenheit bieten, sich dazu zu äußern. „Ich möchte meinen Text auch nochmal an die Verantwortlichen richten, aber zunächst geht er an die Bürger.“ Doch was erhofft er sich von seinem Aufruf? „Mir ist ganz wichtig, dass wir in Mainz eine klare Haltung zeigen.“ (rk)

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