Warum es in Mainz so schwierig ist, einen Platz beim Psychiater zu bekommen

Einen Facharzt in Mainz zu finden, ist oft nicht schwierig. Dort allerdings einen Behandlungsplatz zu bekommen, kann sich unter Umständen lange hinziehen. Quasi aussichtslos ist es im Moment, einen Termin bei einem Psychiater zu ergattern.

Warum es in Mainz so schwierig ist, einen Platz beim Psychiater zu bekommen

Wer schwerwiegende gesundheitliche Probleme hat, der benötigt in vielen Fällen eine Behandlung bei einem Facharzt. In Mainz gibt es Dutzende von Fachärzten. Einen Termin bei solchen Medizinern zu bekommen, kann sich aber äußerst schwierig gestalten. Quasi unmöglich ist es zurzeit, einen Behandlungsplatz bei einem Psychiater zu bekommen. So ergeht es auch Mara*, die einen Gehirntumor und ein rupturiertes Aneurysma hat (Anmerkung der Redaktion: Dies kann zur Bewusstlosigkeit oder einem Krampfanfall und in einzelnen Fällen zum Tod führen). Deshalb sucht die Mainzerin dringend einen Termin.

Kassenpatienten ohne Chance?

Wie Mara gegenüber Merkurist sagt, habe sie Ende Juli damit begonnen, nach einem Behandlungsplatz zu suchen. Dabei habe sie zunächst die Facharztliste auf der Webseite ihrer Krankenkasse durchsucht und die infrage kommenden Praxen abtelefoniert. „Die meisten haben gesagt, dass sie keine (Kassen-)Patienten aufnehmen.“ In mehr als zehn Praxen sei dies der Fall gewesen, sagt Mara P.

Schließlich sei ihr von einer Ärztin erklärt worden, dass sie versuchen sollte, sich für eine Erstsprechstunde anzumelden. Diese Sprechstunde könnte nämlich einzeln von den Ärzten abgerechnet und auch von den Praxen durchgeführt werden, die keine freien Plätze haben, sagt Mara. Daraufhin habe sie noch einmal mehrere neurologische und psychiatrische Praxen angerufen. Doch auch auf ihre erneute Anfrage erhielt sie nur Absagen.

Eine weitere Ärztin habe ihr dann empfohlen, sich an die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) zu wenden. Diese könne sie bei der Suche nach einem Termin für die Erstsprechstunde unterstützen. Doch auch hier kam letztlich nur eine Absage. „Mir wurde mit Bedauern erklärt, dass auch die Vereinigung trotz aller Bemühungen keinen Termin für eine Erstsprechstunde für mich finden konnte“, so Mara. Einen Tipp gab man der Mainzerin dort aber noch mit. „Mir wurde empfohlen, mich an meine Krankenkasse zu wenden, um eine Kostenerstattung für eine Privatpraxis zu beantragen.“

Kein Behandlungsplatz in Mainz

Als sich Mara dann noch einmal mit ihrer Krankenkasse in Verbindung setzte, wollten sie eine Mitarbeiterin erneut über die Erstsprechstunde aufklären. Zudem hätte die Mitarbeiterin mit Unverständnis reagiert, dass Mara von mehreren Praxen Absagen erhalten habe. Dafür habe man ihr bei ihrer Krankenkasse noch einmal die Nummer der Kassenärztlichen Vereinigung gegeben und mit auf den Weg gegeben, dass man „gespannt“ sei, was nun letztlich herauskommen werde.

Merkurist fragte nun bei der KV RLP nach, warum sich die Suche nach einem Behandlungslatz so schwierig gestaltet. „In Mainz gibt es derzeit einfach keine freien Plätze bei Psychiatern, weil alle ausgebucht sind“, teilt die KV mit. Alternativ empfehle man Patienten, sich an Krankenhäuser zu wenden. Die Uniklinik beispielsweise hätte aber auch keine freien Plätze mehr. Die nächstgelegen freie Plätze gebe es in Koblenz. Patienten, die sich darum bemühten, sollten bei ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Kostenerstattung stellen, so die KV. (rk)

*Name geändert

Logo