Wenn Bettler in der Innenstadt aufdringlich werden

Seit die Temperaturen steigen, sind wieder mehr bettelnde Menschen in der Mainzer Innenstadt unterwegs. Während sich viele von ihnen an die Regeln halten, werden manche von ihnen aufdringlich - zum Leidwesen der Passanten.

Wenn Bettler in der Innenstadt aufdringlich werden

Am Höfchen, in der Augustinerstraße oder am Neubrunnenplatz sieht man bettelnde Menschen in den vergangenen Wochen wieder öfter. Viele von ihnen sitzen, meist an Häuserfassaden gelehnt, auf dem Boden, vor sich einen Becher oder eine Mütze mit ein paar Münzen. Manche laufen durch die Straßen und Gassen in der Innenstadt und bitten Passanten direkt um Geld. Dass es dabei zuletzt immer wieder zu unangenehmen Situationen kommt, beschreiben mehrere Merkurist-Leser in einem Snip.

Unter ihnen ist auch Chris. Als er vor kurzem vor der Post in der Bahnhofstraße stand, wurde er von einem Mann angesprochen, reagierte jedoch nicht. „Ich ging rein, um am Automaten Briefmarken zu kaufen. Plötzlich stand er direkt hinter mir am Automaten.“ Obwohl Chris wieder nicht auf die Ansprache reagierte, sei ihm der Mann bis zum Briefkasten gefolgt. Eine Erfahrung, die auch Tana teilt:

Dass aktuell wieder mehr bettelnde Menschen in der Stadt unterwegs sind, bestätigt auch die Stadt Mainz. „Dieser jahreszeitbedingte Anstieg von bettelnden Personen im Stadtgebiet ist dem Ordnungsamt bekannt“, sagt Ralf Peterhanwahr, Pressesprecher der Stadt. „Es gab entsprechende Beschwerden, denen im Rahmen der personellen Möglichkeiten nachgegangen wird.“ Kontrolliert werde das vor allem durch Fußstreifen des Ordnungsamtes, die in der Stadt unterwegs sind.

Betteln nicht verboten

Dabei ist Betteln in Mainz nicht per se verboten. Laut der städtischen Gefahrenabwehrverordnung ist es nicht erlaubt, „in aggressiver, aufdringlicher, bedrängender, behindernder oder störender Form sowie mit oder durch Minderjährige oder organisiert zu betteln“. Wer sich daran hält, wird in Mainz keine Probleme bekommen. Denn: „Man muss festhalten, dass Armut auch zur deutschen Lebenswirklichkeit gehört“, so Stadtsprecher Peterhanwahr.

Sollte es allerdings zu Situationen kommen, in denen Passanten bedrängt werden, rät die Stadt dazu, die Einsatzzentrale des Vollzugsdienstes (06131/122477) zu kontaktieren. Auch laut Polizei ist dies die beste Lösung. Eigentlich sei es nämlich kein Fall für den Notruf, so eine Sprecherin der Polizei Mainz. Werden die Bedrängungen aber zu stark oder man hat das Gefühl, dass es sich um eine Betrugsmasche handle, solle man die 110 rufen. Ansonsten gilt: „Versuchen, Abstand zu halten, laut ‘Nein’ rufen und versuchen, sich von der Person zu entfernen.“ (df)

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