Kostenlose Schutzmasken: Verein verteilt Masken an Bedürftige

Auf dem Gutenbergplatz

Kostenlose Schutzmasken: Verein verteilt Masken an Bedürftige

Auf dem Gutenbergplatz verteilt der Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.“ am kommenden Mittwoch (8.7.) kostenlos gespendete Schutzmasken an Bedürftige. Die Aktion beginnt um 14 Uhr.

Wie der Vorsitzende des Vereins, der Mainzer Arzt Prof. Dr. Gerhhard Trabert, in einer Pressemitteilung erklärt, würden von Armut betroffene Menschen auch in Corona-Zeiten deutlich benachteiligt werden. Zu Beginn der Pandemie habe sich deutlich gezeigt, dass sich Menschen, die über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, mit Lebensmittel und anderen zum Leben notwendigen Dingen eindecken konnten. Für Bezieher von Arbeitslosengeld 2, Sozialgeld oder ergänzenden finanziellen Hilfen sei dies nicht möglich gewesen.

„Sie konnten nicht auf Vorrat kaufen, waren hierdurch auch gezwungen, öfter nach draußen zu gehen, öfter für wenig Geld, wenige Artikel zu kaufen“, so Trabert. Dadurch hätten sie sich einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt. Hinzu komme, dass diese Gruppe öfter öffentliche Transportmittel nutzen muss, da kein eigenes Auto zur Verfügung stünde. Auch hierdurch hätte ein höheres Ansteckungsrisiko bestanden.

Des Weiteren fehle das Geld für Masken. Zwar könnten auch handgefertigte „Alltagsmasken“, wie Tücher und Schals, benutzt werden. Diese böten aber nicht den Schutz, den normale OP-Mundschutz-Masken besitzen. Wer über mehr Geld verfügt, habe also auch hier Vorteile: So könne man mehrere Masken kaufen, nach dem Gebrauch entsorgen und eine neue aufsetzen. „Die Maskenpflicht ist wie eine Trennlinie zwischen Armen und den Wohlhabenden. Mundschutzmasken müssen daher für einkommensschwache Bürger unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden“, so Trabert.

Von politischer Seite hätten in diesem Zusammenhang sofort Informationen in leichter Sprache an die Bevölkerung weitergegeben werden müssen, meint Trabert. Ebenso klare Informationen, wie die Masken zu handhaben und zu benutzen seien. „Wir dürfen nicht vergessen: In Deutschland gibt es fast zehn Millionen funktionelle Analphabeten, das heißt, das sind Menschen, die zwar lesen und schreiben können, dabei aber Schwierigkeiten haben, komplexere Inhalte zu verstehen.“

Insgesamt müsste also dringend ein staatliches Unterstützung- und Rettungspaket für sozial benachteiligte Menschen beschlossen werden. „Großunternehmen zu unterstützen mag sinnvoll sein, aber es fehlt an Solidarität und es müsste ebenfalls ein differenziertes staatlich finanziertes Schutz- und Unterstützungsprogramm in Pandemiezeiten geben“, sagt Trabert.

Die Verteilung der Masken auf dem Gutenbergplatz beginnt am Mittwoch (8.7.) um 14 Uhr. (nl)

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