Dank Geldspende: Kostenlose Behandlungen für Bedürftige möglich

Der Spenden-Behandlungsfonds für Menschen ohne Krankenversicherung startet am 1. Januar.

Dank Geldspende: Kostenlose Behandlungen für Bedürftige möglich

Menschen, die ohne Krankenversicherung sind, können vom 1. Januar an auch von Fachärzten und Kliniken behandelt werden. Möglich sei das dank einer großzügigen Einzelspende in Höhe von 80.000 Euro an den Verein Armut und Gesundheit (a+G). Das teilt der Mainzer Verein in einer Pressemitteilung mit.

Schon seit langem habe der Verein gemeinsam mit dem Medinetz Koblenz und dem Medinetz Mainz einen Behandlungsfonds gefordert, also ein Budget, aus dem medizinische Behandlungen für Menschen finanziert werden können, die nicht oder nur unzureichend krankenversichert sind.

Aufwändigere Behandlungen können finanziert werden

Mit dem neuen Fonds könnten nun vor allem aufwändigere Behandlungen finanziert werden – etwa, wenn eine Narkose notwendig oder eine invasive Untersuchung sei, beispielsweise eine Magen- oder Darmspiegelung oder ein Herzkatheter, erklärt der Internist Dr. Sebastian Schink. Denn in solchen Fällen, die nicht von der medizinischen Ambulanz von a+G abgedeckt werden können, müssen die Menschen an fachärztliche Praxen oder Kliniken weiterverwiesen werden. Dort seien sie allerdings bisher häufig wieder weggeschickt worden, wenn sie keine Notfälle waren oder die Kosten nicht erstattet werden konnten.

„Oft können wir mit bestimmten Praxen oder Kliniken zusammenarbeiten und den Menschen eine kostenfreie Behandlung vermitteln, doch das klappt nicht immer“, so Sebastian Maaßen, Gesundheits- und Krankenpfleger und Sozialarbeiter bei a+G. So wurde zum Beispiel vor kurzem ein wohnungsloser Patient aus dem Krankenhaus entlassen, obwohl er schwer an Krebs erkrankt ist.

Diese Kosten sollen nun aus dem Behandlungsfonds abgedeckt werden, an dem sich neben dem Einzelspender auch die Medinetze Koblenz und Mainz finanziell beteiligen. In Anspruch nehmen können ihn Menschen, die sich gewöhnlich in Rheinland-Pfalz aufhalten und denen keine anderen Ansprüche zustehen. Dies werde zunächst von den Clearingstellen Krankenversicherung Rheinland-Pfalz geprüft.

Johanna Schwarz von Medinetz Mainz fordert, dass „so eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe wie die Bereitstellung von Gesundheitsversorgung für von Armut betroffene Menschen nicht dauerhaft vom guten Willen Einzelner abhängen“ dürfe. Man sei sich sicher, dass ein solcher Behandlungsfonds auch aus öffentlichen Mitteln finanziert werden könne – wie das bereits in anderen Bundesländern und Städten der Fall sei.

Der Spenden-Behandlungsfonds wird zum 1. Januar 2023 starten und ist auf ein Jahr befristet. Sollte das Budget vorher aufgebraucht sein, muss das Angebot vorzeitig stoppen. Spenden für den Behandlungsfonds sind weiterhin auf das Konto von Armut und Gesundheit in Deutschland e. V. möglich: IBAN: DE24 5519 0000 0001 9190 18, Verwendungszweck: Spenden-Behandlungsfonds.

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