Bekommt die Mainzer Neustadt ein großes SchUM-Zentrum?

Jüdisches Museum, koschere Restaurants und ein Informationszentrum für Besucher? Der Gewerbeverein Mainz-Neustadt bringt die Idee eines „SchUM-Zentrums“ rund um die Synagoge ins Spiel.

Bekommt die Mainzer Neustadt ein großes SchUM-Zentrum?

Der Gewerbeverein Mainz-Neustadt e.V. hat sich für den Ausbau eines „SchUM-Zentrums“ für die drei Städte Mainz, Worms und Speyer in der Mainzer Neustadt ausgesprochen. Das jüdische Erbe der drei Städte ist seit Juli Unesco-Weltkulturerbe (wir berichteten).

Das Zentrum soll rund um die Synagoge in der Mainzer Neustadt entstehen. Gegenüber prüft die Sparkasse Mainz, ob sie ihren Filialstandort an der Hindenburgstraße in den nächsten Jahren aufgibt. Sollten die Räume freiwerden, könnten sie laut Gewerbeverein als Besucherzentrum der Synagoge und als Ausgangspunkt für Führungen zum jüdischen Mainz genutzt werden. Eine Ausstellung könnte unter anderem an die frühere Hauptsynagoge erinnern. „Ein Mainzer Souvenirshop und ein kleiner Bistrobereich mit koscheren Spezialitäten könnte das Angebot an diesem Standort abrunden“, so Karsten Lange, Vorsitzender des Gewerbevereins.

„Baulich einen großen Wurf landen“

Das Seniorenheim Bilhildis werde zudem in wenigen Jahren ebenfalls an einen neuen Standort ziehen, so Lange. Auch dafür hat der Verein konkrete Ideen: „Das frei werdende Grundstück an der Josefsstraße bietet die Gelegenheit zur Entwicklung eines ‘Quartiers Magenza’: Jüdische Galerien und Kunsthandwerker, koschere Restaurants, Weinhandlungen und Lebensmittelläden sowie eine Räumlichkeit für Kulturveranstaltungen würden einen attraktiven Aufenthaltsort für Mainzer und für Touristen schaffen.“ Dafür müsste das Bihildis zunächst abgerissen werden.

Wie Lange gegenüber Merkurist sagt, hat der Ortsbeirat der Mainzer Neustadt einem Antrag zum Quartier Magenza bereits im vergangenen September zugestimmt. Zudem sei die Finanzierung der Kunsthalle am Zollhafen nur für eine begrenzte Zeit abgesichert. Das Gebäude könnte dann als Jüdisches Museum genutzt werden. Der neue Weltkulturerbe-Status mache eine Finanzierung leichter.

Lange schätzt, dass das Bihildis-Seniorenheim etwa in drei bis fünf Jahren frei werde. „Es gibt eine große Chance, dass man hier baulich einen großen Wurf landen kann“, so Lange. „Mainz ist die historisch bedeutendste der drei SchUM-Städte, die Aktivitäten der Stadt sind aber die schwächsten. Sie tut bisher sehr wenig, um Mainz als SchUM-Stadt zu präsentieren.“

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