Diese Prachtbauten standen früher in Mainz

Hauptsynagoge, Stadthalle, Schloss Favorite: Wir stellen Euch beeindruckende Bauwerke vor, die in den vergangenen Jahrhunderten zerstört wurden.

Diese Prachtbauten standen früher in Mainz

Die Geschichte von Mainz wurde immer wieder durch große Kriege bestimmt. Dadurch verloren viele Menschen sinnlos ihr Leben. Doch auch auf das Stadtbild hatten die Kriege große Auswirkungen. Architektur aus verschiedenen Epochen wurde zerstört. Wir stellen Euch in unserer Serie die Prachtbauten von früher vor.

Stadthalle

Heute feiern die Mainzer Großveranstaltungen in der Rheingoldhalle. Der Vorgänger war die Stadthalle, die nach Plänen von Eduard Kreyßig errichtet worden war. Das Bild zeigt die Stadthalle im Jahr 1899.

Im 19. Jahrhundert war sie mit einem Fassungsvermögen von 5000 Zuschauern das größte Festgebäude in ganz Deutschland. Seit 1884 stand die „gud Stubb“ am Rheinufer, im Februar 1945 wurde sie am Ende des Zweiten Weltkrieges jedoch nahezu völlig zerstört. Einige Jahre lang wurden die bestehenden Gebäudeteile der Festhalle weiterhin provisorisch genutzt, letztlich allerdings abgerissen.

Favorite

Wer heute durch den Mainzer Stadtpark spaziert, entdeckt zum Beispiel Flamingos, den Rosengarten und ein Vogelhaus. Schwer vorstellbar, dass sich hier einmal eine prächtige Schloss- und Gartenanlage befand. Aus Überlieferungen und noch erhaltenen Kupferstichen weiß man aber, dass hier bis zum Ende des 18. Jahrhunderts das „kleine Versailles“ von Mainz stand: das „Lustschloss Favorite“. Dabei handelte es sich um ein unter Kurfürst Lothar Franz von Schönborn erbautes Sommer-Residenz-Schloss und die dazugehörigen prächtigen Gartenanlagen.

Das letzte rauschende Fest im Mainzer Lustschloss war der im Juli 1792 stattfindende dreitägige Fürstenkongress. Die dort abgesprochene Vorgehensweise gegen das revolutionäre Frankreich führte zum Ersten Koalitionskrieg und nur wenige Wochen nach dem Kongress standen französische Truppen in Mainz. In der Nacht zum 17. Juni 1793 begann das knapp vierwöchige Bombardement auf das belagerte Mainz. Dabei wurde die Favorite komplett zerstört. Fast genau ein Jahr nach dem Fürstenkongress war vom prächtigen Lustschloss nur noch Schutt und Asche übrig.

Kaufhaus am Brand

Das nächste Bild zeigt das alte Kaufhaus auf dem Brand. Es wurde im frühen 14. Jahrhundert erbaut und galt als eines der größten Warenhäuser der Zeit. 1812 wurde das imposante Gebäude schließlich abgerissen.

Hauptsynagoge

Sie ist ein beeindruckender Bau mitten in der Mainzer Neustadt: die Neue Synagoge, die 2010 offiziell eingeweiht wurde. Früher befand sich an der Ecke Hindenburgstraße / Josefstraße die ebenfalls beeindruckende Mainzer Hauptsynagoge. Sie wurde zwischen 1911 und 1912 erbaut, beim Novemberpogrom der Nazis 1938 in Brand gesetzt und einige Tage später gesprengt. Dennoch sind einige Fragmente der Hauptsynagoge erhalten geblieben und 1988 als Mahnmal am ursprünglichen Platz wieder aufgestellt worden.

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