So wird das Einkaufsquartier in der Ludwigsstraße aussehen

Die Ludwigsstraße wird ein neues Einkaufsquartier bekommen. In einem Architekten-Wettbewerb wurden nun die Sieger gekürt. Schon bald sollen die ersten Bauarbeiten starten.

So wird das Einkaufsquartier in der Ludwigsstraße aussehen

Seit vielen Jahren schon plant die Stadt, die „LU“ und vor allem das Karstadt-Gebäude neu zu gestalten. Ein Einkaufsquartier zwischen Schillerplatz und Gutenbergplatz soll die Innenstadt attraktiver machen. Nun sind die Planungen vorangeschritten: Seit diesem Wochenende stehen die Sieger des Architekten-Wettbewerbs fest. Eine Jury kürte einstimmig zwei Entwürfe der Faerber Architekten und den Landschaftsarchitekten Bierbaum.Aichele sowie dem Stadtplaner Jestaedt + Partner (alle aus Mainz) zum Sieger. Am Samstagmittag wurden die Siegerentwürfe erstmals im Staatstheater präsentiert.

Grüne Oase für das Karstadt-Gebäude, offene Fuststraße

Die Entwürfe sehen vor, die „LU“ entzerrt und offener zu gestalten. Der Bischofsplatz bekommt ein modernes Dom-Hotel. Die Struktur der bisherigen Pavillons soll neu interpretiert werden. „Entlang der Fuststraße, die endlich wieder himmelsoffen ist, entsteht ein sehr differenziertes Fassadenbild. Insbesondere der Übergang zu den benachbarten Gebäuden der Altstadt ist durch die Wahl des Satteldaches sehr geglückt“, erklärt Baudezernentin Marianne Grosse (SPD). Der Gewinnerentwurf setze konsequent einen Mix aus Einzelhandel, Kultur, Gastronomie und hoher Lebensqualität um.


Das Highlight stellt das neue Karstadt-Gebäude dar. Anstelle des grauen Betonklotzes soll ein moderner Bau mit Hotel, Restaurant, großen Fensterflächen und grüner Dachterrasse entstehen. Zur „grünen Oase mit Blick auf den Dom“, wie die Architekten die Terrasse bezeichnen, soll ein Treppenaufgang führen. Natürlich werde es aber auch einen Aufzug geben. Doch nicht nur Hotel- und Restaurantbesuchern soll der Dachgarten zum Verweilen offen stehen, sondern der gesamten Öffentlichkeit. Oberbürgermeister Michael Ebling betonte die Bedeutung der Konzepte: „Wir erleben, dass der Handel krankt und vielerorts eine Entwicklung in Richtung Leerstand droht. Da ist die Frage, wie es gelingt, die Mainzer Innenstadt lebendig zu halten, eine wichtige Frage. Wir reden hier von einer Schlüsselfrage für Mainz.“ Die Siegerentwürfe halte er für vielversprechend.

Erster positiver Baubescheid für die Fuststraße

Die Konzepte sollen im nächsten Schritt realisiert und umgesetzt werden. Sie bilden die Grundlage für Baugenehmigungsverfahren, die nun unter Einbezug der Öffentlichkeit angestrebt werden sollen. Auch wurden sie bereits von verschiedenen Ämtern, dem Brandschutz und Gastronomen überprüft. Für die Fuststraße existiere bereits ein positiver Baubescheid, so Marianne Grosse. Hier werde man in den nächsten Monaten schon mit Baggern auf der „LU“ anrücken können. Bis das Karstadt-Gebäude fertig ist, könnten aber noch ein paar Jahre vergehen, so lange werde die öffentliche Auslagefrist und die Bauzeit betragen. Angaben dazu, was das Ganze kosten soll, gibt es aktuell nicht. Ebenso unklar ist noch, aus welchen Materialien die Gebäude bestehen sollen.

Neben den Siegerentwürfen, die nun umgesetzt werden, wurde auch das städtebauliche Konzept von Albert Speer + Partner (AS+P) aus Frankfurt zum Sieger der Kategorie Ideenteil gekürt. Das Architektenbüro schlägt eine verbreiterte Vordere Präsenzgasse und Platzgestaltung im Bereich Schillerplatz (ehemals Foto Oehling) vor. Grosse betonte, dieses Konzept werde in den nächsten Jahren weiter gedacht.

Außerdem wurden zwei drittplatzierte Entwürfe und ein Sonderpreis von der Jury lobend erwähnt. So teilten sich AS+P und Blocher Partners aus Stuttgart mit dem Landschaftsarchitekten Topos aus Berlin den dritten Platz bei dem Realisierungsteil Karstadt. Ein Sonderpreis ging an das Architekturbüro Promontorio aus Lissabon, das laut Jury einen besonderen, objektiven Blick auf das Viertel gehabt und maßgeblich zur Entscheidungsfindung beigetragen habe. Zu sehen sind alle Entwürfe ab Montag (18. Mai) bis zum 1. Juni in den Schaufenstern des Deutsche-Bank-Pavillons an der Ludwigsstraße ausgestellt oder online unter lu-erleben.de. (mm)

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