Zahl der Arbeitslosen in Mainz erneut gestiegen

Nachfrage nach Arbeitskräften steigt dennoch

Zahl der Arbeitslosen in Mainz erneut gestiegen

Im Juli ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen in Mainz erneut gestiegen. Das meldet die Agentur für Arbeit.

8355 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren laut Agentur für Arbeit 270 mehr als im Juni und 1847 (28,4 Prozent) mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich innerhalb eines Monats von 6,5 auf 6,8 Prozent. Im Vorjahr hatte sie bei 5,4 Prozent gelegen. Insgesamt 10.197 Personen waren als unterbeschäftigt registriert. Das waren 211 mehr als im Vormonat und 1390 mehr als im Vorjahr. „Wir können leider noch lange nicht von einer Erholung sprechen", so Heike Strack, Chefin der Mainzer Arbeitsagentur, „auch wenn wir sehen, dass im Arbeitsmarktgeschehen wieder ein bisschen mehr Dynamik eintritt“.

Kräfte für Gesundheitswesen und Verwaltung gesucht

Besonders betroffen von der zunehmenden Arbeitslosigkeit sind ausländische Menschen. Ihr Anteil ist auch im Juli wieder höher als der Gesamtdurchschnitt. „Hier spielt häufig die Qualifikation eine Rolle und viele Branchen, in denen besonders viele ausländische Mitarbeiter beschäftigt werden, sind von der Corona-Krise stark betroffen, wie etwa die Gastronomie", erläutert Strack. Mit 439 gemeldeten Stellen zog die Nachfrage nach Arbeitskräften allerdings erneut an. Es waren 145 mehr als im Juni, aber 13 weniger als vor einem Jahr. Neue Mitarbeiter wurden vor allem im Dienstleistungsbereich, dem Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung aber auch im Handel oder der IT gesucht.

Neu Kurzarbeit angemeldet haben im Juli dagegen nur noch 19 Betriebe für etwa 440 Mitarbeiter. Seit Beginn der Krise sind es in Mainz insgesamt über 2200 Betriebe für rund 23.000 Beschäftigte. Die Betroffenheit geht dabei quer durch alle Branchen. „Für eine Gesamtanalyse ist es allerdings noch zu früh, da die Betriebe drei Monate Zeit haben, um ihre jeweiligen Abrechnungen einzureichen“, so die Arbeitsagentur in einer Pressemitteilung.

Auch die Landesregierung hat sich zu den neuen Arbeitslosenzahlen geäußert. „Die Corona-Pandemie wirkt sich weiterhin auf die wirtschaftliche Entwicklung und damit auch auf den Arbeitsmarkt aus, erläutert Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im zurückliegenden Monat sei zu einem Teil aber auch auf saisonale Effekte zurückzuführen. „Viele Unternehmen warten mit Neueinstellungen das Ende der Sommerferien ab. Zudem melden sich viele junge Leute zwischen Schulabschluss und Ausbildungsbeginn übergangsweise als arbeitslos.“ (mo)

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