Lockdown treibt Mainzer in die Langzeitarbeitslosigkeit

Viele Mainzer brauchen Unterstützung vom Jobcenter

Lockdown treibt Mainzer in die Langzeitarbeitslosigkeit

Nach einem Jahr Pandemie zieht das Mainzer Jobcenter eine ernüchternde Bilanz: Wer im letzten Jahr einmal arbeitslos geworden ist, hat es besonders schwer, im Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Auch sonst traf der Lockdown viele Mainzer schwer.

So mussten April 2020 bis Februar 2021 380 Personen Leistungen beim Jobcenter beantragen, die einer selbständigen Tätigkeit nachgehen. Im Vorjahreszeitraum waren es 47 Personen. Auch zahlreiche Menschen im Angestelltenverhältnis mussten die Hilfen beantragen, weil ihnen das Kurzarbeitergeld für den Lebensunterhalt nicht ausreichte. Seit Beginn der Pandemie haben 860 abhängig erwerbstätige Personen Grundsicherung beantragt - im Vorjahr waren es 520.

Die Arbeitslosigkeit in der Grundsicherung ist im Jahresdurchschnitt 2020 gegenüber dem Vorjahreswert um 9 Prozent angestiegen. Bei den Jüngeren unter 25 Jahre betrug der Anstieg über 15 Prozent und bei Ausländern 12 Prozent, so das Jobcenter. Die Arbeitslosenquote der ausländischen Arbeitnehmer stieg damit auf über 10 Prozent. Besonders verheerend: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen lag 2020 um knapp 13 Prozent höher als noch 2019.

„Gerade um diese Menschen machen wir uns große Sorgen“, sagt Heike Strack, Chefin der Mainzer Arbeitsagentur. „Der Lockdown hat für viele eine Situation, die vorher schon nicht rosig war, noch weiter verschärft.“ Wer es beispielsweise aufgrund von Sprachschwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt schwer hatte und auch seine Kinder bei den Schulaufgaben kaum unterstützen konnte, den habe der Lockdown weiter zurückgeworfen. Viele Maßnahmen seien zunächst ausgesetzt worden und vor allem Sprachkurse ließen sich nur schwer online durchführen. „Gerade bei den geflüchteten Menschen hat das die Erfolge, die wir bis Anfang 2020 erzielen konnten, ausgebremst. Einige Menschen erreichen wir seit Monaten gar nicht mehr.“

Zwar verzeichnete das Jobcenter nach dem ersten Lockdown eine leichte Entspannung, dennoch hat die Zahl der Hilfebedürftigen im Jobcenter Mainz seit März 2020 stetig zugenommen. Laut Statistik bezogen im Februar 2021 etwa 11.363 erwerbsfähige Leistungsbezieher finanzielle Hilfen des Jobcenter Mainz. Das sind drei Prozent mehr als im Februar des Vorjahres.

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