Sanierung des Mainzer Rathauses könnte mehrere Millionen teurer werden

Oberbürgermeister Michael Ebling hat am Dienstag den Rathausbeirat über den aktuellen Stand der Rathaussanierung informiert. Dabei wurde deutlich, dass bei dem Großprojekt nun „Risiken“ von etlichen Millionen Euro auf die Stadt zukommen könnten.

Sanierung des Mainzer Rathauses könnte mehrere Millionen teurer werden

Die Sanierung des Mainzer Rathauses könnte wohl etliche Millionen Euro teurer werden als zuletzt geplant. Das gab Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) am Dienstag bekannt, als er über den aktuellen Stand der Bau- und Sanierungsmaßnahmen informiert hat.

Was die Kosten in die Höhe treibt

Demnach erhielt der vom Stadtrat im September 2020 verabschiedete Plan für die Sanierung des Arne-Jacobsen-Baus eine Kostenplanung von rund 104 Millionen Euro. Zum aktuellen Zeitpunkt gelte dieser Kostenrahmen noch, die eingeplanten finanziellen Puffer seien allerdings aufgezehrt; insbesondere die Entwicklung der Baupreise in den letzten 15 Monaten schlage hier mit über zehn Millionen Euro zu Buche. „Die Sanierung des Rathauses war unumgänglich – aus vielerlei Gründen, von herabfallenden Fassadenplatten und kaputter Technik bis zum mangelnden Brandschutz“, erklärt Ebling. „Insbesondere aufgrund der stark steigenden Baupreise sehen wir Risiken von rund 25 Millionen Euro bei der Sanierung des Rathauses.“

Diese Risiken würden sich zum größten Teil aus steigenden Baukosten (Prognose: + 11,6 Millionen Euro) ergeben, aber auch aus möglichen zusätzlichen Bauleistungen wie Schadstoffsanierung, Brandschutz und „statische Ertüchtigung“ in Höhe von rund 5,6 Millionen Euro. Zudem kämen Vergaberisiken in Höhe von rund acht Millionen Euro hinzu. „Eine solche Sanierung birgt externe Risiken und Unsicherheiten, wie beispielsweise die Verteuerung von Baustoffen.“ Diese müssten fortwährend evaluiert und in den weiteren Prozess eingeplant werden. „Das tun wir, und aktuell beziffern wir diese Risiken mit rund 25 Millionen Euro für das Großprojekt Rathaussanierung“, erklärt Ebling.

Stadt stellt Fördermittelantrag

Indes hat die Stadt im Januar einen Fördermittelantrag für die Zuwendungen des Landes Rheinland-Pfalz eingereicht. Das Land, so Ebling, stehe weiterhin zur Zusage der Landeszuschüsse in Höhe von bis zu 60 Prozent. Dies beziehe sich auch auf die zu erwartende Kostensteigerung des Gesamtprojektes, sodass die Stadt Mainz eine mögliche Steigerung nicht allein tragen müsste. Aktuell seien Fördermittel in Höhe von 69 Millionen Euro beantragt.

Außerdem erklärte Ebling, dass die Vergabestrategie zur Genehmigung an die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) übergeben wurde. Sie sieht vor, die bauliche Abwicklung in drei Abschnitte zu gliedern. Die „Notmaßnahme“ der Entfernung der Natursteinplatten aufgrund von „Gefahr in Verzug“ sei bereits abgeschlossen. Nun sollen die Maßnahmen folgen, die die Demontage der „denkmalprägenden und denkmalkonstituierenden“ Bauteile für den späteren Wiedereinbau sowie die Beseitigung von Schadstoffen gewährleisten sollen. Darauf sollen dann die „Hauptbaumaßnahmen“ erfolgen, die man in optimierte Leistungspakete zur Vergabe unterteilt habe, um unwägbare und risikoreiche Schnittstellen in der Bauabwicklung zu minimieren“, sagt Ebling. Damit solle „Termin- und Kostenrisiken“ bestmöglich entgegengewirkt werden.

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