Mainzer Gastronomen: „Die Situation ist absolut dramatisch“

„Ungeahnte Herausforderungen, für die es derzeit noch keine Lösung gibt“

Mainzer Gastronomen: „Die Situation ist absolut dramatisch“

Mainzer Gastronomen und andere Unternehmer haben sich in einem offenen Brief an die Stadt Mainz und Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) gewandt. Darin fordern die 65 Gastronomen: Soforthilfen für Unternehmen, Ausschüttung von Geldern – gekoppelt an die Umsätze der Vorjahre –, eine Teilübernahme von Krediten und eine Anpassung der Umsatzsteuer von 19 auf 7 Prozent.

Die Entwicklung der vergangenen Wochen sei für die Branche Veranstaltung, Gastronomie und Hotels „schon lange nicht mehr schwierig, sondern absolut dramatisch“, schreibt Manuel Kubitza, Inhaber von „Essen für uns“, stellvertretend für die 65 Betriebe. Leere Restaurants, Hotels und Veranstaltungshallen stellten Unternehmer vor ungeahnte Herausforderungen, für die es derzeit noch keine Lösung gebe. „Das Hotelbett, das heute leer ist, kann morgen nicht doppelt verkauft werden. Die wirtschaftlichen Folgen sind verheerend.“

Die Gastronomen loben das Maßnahmenpaket der Bundesregierung vom 13. März, das vorsieht, betroffenen Unternehmen mit unbegrenzten Kreditprogrammen zu helfen und die Regelungen für das Kurzarbeitergeld zu vereinfachen. „In Betrachtung dieser Maßnahmen zeigt sich die Bereitschaft des Staates, Unternehmen zu stützen und Ihnen finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Noch trägt aber nur der Unternehmer bei jeglichen Maßnahmen die wirtschaftlichen Folgen“, so Kubitza. Kredite müssten etwa vollständig zurückgezahlt werden.

Die Unternehmer seien zwar absolut bereit, in dieser schweren Phase ihren Teil dazu beizutragen. „Wir sind allerdings nicht bereit, diese vollumfänglich zu tragen“, so Kubitza. Gleichzeitig stellen die Unternehmer klar: „Nichtsdestotrotz sehen wir uns in der aktuellen Lage nicht als Mittelpunkt der Gesellschaft. Die höchste politische, wie auch gesellschaftliche Priorität liegt in der Gesundheit der Bürger unserer Stadt sowie unseres Landes.“ (df)

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