Immer mehr Fälle: Gesundheitsamt kommt an Grenzen

Bundeswehr und RKI unterstützen Behörde

Immer mehr Fälle: Gesundheitsamt kommt an Grenzen

Weil die Kontaktnachverfolgungen immer schwieriger werden, hat das Gesundheitsamt Mainz-Bingen am Freitag noch einmal einen Appell an alle positiv Getesteten gerichtet. Jeder von ihnen sei dazu verpflichtet, selbstständig enge Kontaktpersonen zu informieren und sich in eine 14-tägige häusliche Quarantäne zu begeben.

Die Pflicht zur Absonderung für Infizierte und deren engen Kontaktpersonen gelte unmittelbar und nicht erst dann, wenn das Gesundheitsamt die Betroffenen kontaktiert hat. Als „enge Kontaktperson“ gelten Personen, die engen Kontakt mit einem infizierten Menschen hatten, der länger als zehn Minuten dauerte und im Abstand von weniger als 1,5 Metern stattfand – ohne dass ein adäquater Schutz durch Masken eingehalten wurde.

Außerdem gilt dies für Personen, die ein Gespräch ohne Maske geführt oder sich mit einer positiv getesteten Person im selben Raum für mehr als zehn Minuten befunden haben, auch wenn durchgehend eine Maske getragen wurde. Auch enge Kontaktpersonen müssen sich selbstständig absondern und einen Corona-Test machen.

Gesundheitsamt kommt an Grenzen

Diese Vorgehensweise sei wichtig, um eine schnelle Kontaktnachverfolgung zu ermöglichen, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Dietmar Hoffmann. Mit steigenden Fallzahlen komme auch das Gesundheitsamt an seine Grenzen: „Die Virus-Mutante macht mittlerweile knapp 90 Prozent des Infektionsgeschehens aus. Damit werden auch großflächigere Quarantäneregeln nötig, die das Kontaktieren langer Infektionsketten nach sich zieht. Das wird immer schwieriger, wir kommen mittlerweile an unsere Grenzen.“

Um die Kontaktverfolgung im Gesundheitsamt weiterhin zu gewährleisten, wurden erneut Mitarbeiter und Auszubildende aus anderen Abteilungen der Kreisverwaltung hinzugezogen. Derzeit wird das Gesundheitsamt zudem von 13 Soldaten und neun RKI-Scouts unterstützt. Da allerdings noch weitere Hilfe nötig ist, werden nochmals RKI-Scouts rekrutiert und zusätzliche Stellen ausgeschrieben.

Logo