Mainzer Startup möchte Freizeitkultur verändern

Mehr Erlebnisse im echten Leben statt Netflix, Social Media und Co. - ein junges Mainzer Unternehmen entwickelt eine Freizeitapp namens „MeetMonkeys“. Nutzer sollen sich damit über mögliche Freizeitaktivitäten in der Nähe informieren können.

Mainzer Startup möchte Freizeitkultur verändern

„Menschen, die die gleichen Interessen haben, zusammenbringen“ - genau das möchte Theresa Klingenberg tun. Dafür gründete die 26-Jährige im November vergangenen Jahres ihr eigenes kleines Unternehmen. Ziel von „MeetMonkeys“- so der Name des Unternehmens - sei es, eine gleichnamige App zur Freizeitgestaltung zu entwickeln. Nutzer sollen sich mithilfe der App mit Gleichgesinnten verabreden können. „MeetMonkeys“ solle insbesondere für junge Menschen einen Mehrwert haben und sie dazu ermutigen, neue Leute kennenzulernen sowie sich ihren Lieblingsaktivitäten zu widmen. Vor allem aber solle die App Alternativen gegenüber Dingen, die man jeden Tag machen könne - wie zum Beispiel Netflix, Instagram und Co. - anbieten. „Die Leute sollen motiviert werden, rauszugehen und mehr im echten Leben zu erleben“, erklärt Theresa.

Hintergrund

Auf die Idee für die Entwicklung der App kam Theresa vor etwa zwei Jahren gemeinsam mit einer guten Freundin. „Wir haben überlegt, dass es so viele Menschen gibt, die einsam sind oder nicht wissen, was sie in ihrer Freizeit machen sollen - die eben nicht das gleiche Glück mit Freundschaften haben wie wir“, erzählt Theresa. Immer wieder sprachen die beiden Freundinnen bei ihren Treffen über eine Möglichkeit, Personen zusammenzubringen. Ursprünglich sei es aber nicht der Plan gewesen, ein eigenes Business zu gründen. Irgendwann war Theresa jedoch so überzeugt von der Idee, eine Freizeitapp zu entwickeln, dass sie anfing, hierfür einen Businessplan zu schreiben und Interviews zu führen. „Es ging ab einem gewissen Punkt nicht mehr nebenberuflich und dann musste ich mich entscheiden“, so Theresa. Also kündigte die 26-Jährige ihren damaligen Job als Event-Managerin im Kurhaus in Wiesbaden und gründete im November vergangenen Jahres ein eigenes Unternehmen.

Theresas Freundin ist nicht mit in das Unternehmen eingestiegen, steht ihr jedoch bei Fragen jederzeit zur Seite und gibt ihr Anregungen. Bei der Planung und Umsetzung der App wird Theresa dafür aber mittlerweile von ihrem Freund Chris unterstützt. „Wir haben viel darüber gequatscht und er war von der Idee total begeistert“, sagt sie. Seit etwa Beginn des Jahres ist Chris, der eigentlich Baufinanzierungsberater ist, nun nebenberuflich für „MeetMonkeys“ tätig. Außerdem steht ein kleines Entwicklerteam „MeetMonkeys“ zur Seite.

Was macht die App besonders?

„Deutschlandweit gibt es bisher keine App, die in die Richtung geht, in die wir gehen wollen“, sagt Theresa. Mithilfe der geplanten App wollen sie und ihr Team Personen interessenbasiert zusammenbringen - und das ganze in Echtzeit. Hierbei solle die App nicht bloß etwas für Leute sein, die einsam sind, sondern jeder solle mithilfe von „MeetMonkeys“ seine Freizeit abwechslungsreicher gestalten können. Insbesondere Zugezogenen solle die App das Ankommen in einer neuen Stadt erleichtern. Unter dem Motto „Zusammen macht’s mehr Spaß“ möchte „MeetMonkeys“ dafür sorgen, dass „Menschen mehr von dem machen, was sie lieben“, so Theresa.

„Es soll nicht um das Äußere gehen, sondern man soll jemanden finden, der die gleichen Interessen hat, wie man selbst.“ Theresa, Gründerin

Wichtig ist Theresa, dass „MeetMonkeys“ nicht als Dating-App wahrgenommen wird: „Wir wollen kein Tinder sein, denn die Gefahr läuft man schnell“. Von solchen oder anderen Apps, die Nutzer ermuntern, Bilder zu teilen und möglichst viel Zeit online zu verbringen, möchte sich „MeetMonkeys“ abheben. Aus diesem Grund bekommt jeder Nutzer, der sich bei „MeetMonkeys“ anmeldet, automatisch einen Affen als Profilbild zugeteilt. „Es soll nicht um das Äußere gehen, sondern man soll jemanden finden, der die gleichen Interessen hat, wie man selbst. Das ist unsere Herangehensweise“, sagt Theresa. Deshalb sollen lediglich Alter und Geschlecht in der App angegeben werden.

„Das Zentrale ist: Wer macht gerade was in der Nähe“, erklärt sie. Nutzer können mithilfe der App Interessen angeben, eigene Vorhaben teilen und dank GPS ganz einfach an Aktivitäten in ihrer Nähe teilnehmen. Hierbei gibt es keine Grenzen. Ob zusammen Essen gehen, laufen gehen oder einen Wein trinken. Mit „MeetMonkeys“ solle man sich jederzeit spontan und in Echtzeit mit anderen verabreden können.

Ein Bewertungssystem, das es zum Beispiel bei Airbnb oder Uber gibt, soll den Nutzern die nötige Sicherheit geben, um sich mit bisher „Fremden“ zu verabreden.

Wann soll es losgehen?

„Uns ist es wichtig, am Ende ein richtig cooles Produkt zu haben“, sagt Theresa. Deswegen sei die App auch bisher noch keine fertige App, sondern befinde sich noch im Status einer „Web-Application“. Laut Theresa biete das den Vorteil jederzeit noch Veränderungen beziehungsweise Verbesserungen vornehmen zu können. „Wir können Feedback so direkt umsetzen“, so Theresa. Idealerweise sollte diese Probephase, auch Beta-Phase genannt, nicht länger als ein Monat dauern, jedoch hänge die Dauer auch vom Feedback ab. „Am liebsten wäre mir, wenn die App bis zum Wintersemester endgültig fertig wäre“, sagt Theresa. Wenn es gut laufe, solle die App in naher Zukunft auch deutschlandweit genutzt werden können.

Wer interessiert ist und die Probeversion testen möchte, kann sich hier anmelden. (df)

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